Logo Innsbruck informiert

Hungerburgbahn feiert 10-jähriges Jubiläum

4,85 Millionen Gäste und mehr als 8 Millionen Personenbeförderungen.

Am 1. Dezember 2007 wurde die Hungerburgbahn mit Stararchitektin Zaha Hadid, welche die vier Stationen geplant hat, feierlich eröffnet. Die damals trotz einiger Skepsis gebaute neue Bahn ist längst zu einem international anerkannten Projekt geworden und hat sich zum Besuchermagneten entwickelt. Thomas Schroll, seit 2006 Geschäftsführer der Innsbrucker Nordkettenbahnen Betriebs GmbH, kann voller Stolz auf die vergangenen 10 Jahre zurück blicken. „Die Zurückhaltung der Bevölkerung ist innerhalb von zwei Jahren komplett gewichen und man kann behaupten, dass die Hungerburgbahn inklusive der beiden oberen Bahnen auf die Seegrube und aufs Hafelekar DAS touristische Highlight in Innsbruck, als auch wichtiger Bestandteil der einheimischen Bevölkerung sind. Die Bahn war damals ein Musterbeispiel von moderner visionärer Technologie und Architektur.“ Die futuristischen Stationen, sowie die Brücke und die Streckenführung sind ein integrierender Bestandteil des Innsbrucker Stadtbildes geworden. 

In den zehn Jahren wurden 4,85 Millionen Gäste und 8,05 Millionen Beförderungen auf die Hungerburgbahn gezählt. Das Kombi-Ticket Alpenzoo, welches die Bahnfahrt mit der Hungerburgbahn und den Eintritt in den Alpenzoo Innsbruck beinhaltet, wurde während dieser Zeit 491.000 Mal gekauft. Für Schroll ist die Hungerburgbahn das Kernstück der Innsbrucker Nordkettenbahnen und somit ein wichtiger Garant für den Erfolg der letzten zehn Jahre: „Wir haben es innerhalb der kurzen Zeit geschafft, zu den großen Ausflugsbahnen im Alpenraum zu zählen. 2017 werden bei den Innsbrucker Nordkettenbahnen  mehr als 600.000 Gäste (Ersteintritte) transportiert bzw. 2,1 Millionen Beförderungen erzielt werden.

Dies bestätigt auch die von den Betreibern nach einem Jahr in Auftrag gegebene Umfrage. Damals wurde die direkte Anbindung an das Stadtzentrum von Innsbruck mit der Verbindung Stadt-Berg hin zur unberührten Natur des größtem Naturpark Österreichs, dem Karwendel, als wichtiger Erfolgsfaktor hervorgehoben. Auch die Streckenführung mit Start im Untergrund, der Brücke über den Inn sowie den Weiherburgtunnel mit 46 % Steigung bei der Ausfahrt wurde entsprechend positiv bewertet. Letztendlich sind auch die von der Stararchitektin Zaha Hadid designten Stationen für den Erfolg der Bahn verantwortlich. 

Erstes PPP-Projekt einer Seilbahn

Der Bau der Hungerburgbahn war das erste Private-Public-Partnership Projekt einer Seilbahn in Österreich. Die Eigentümergesellschaft verblieb nach wie vor in öffentlicher Hand. Die private Errichtungs- und Betriebsgesellschaft – Gesellschafter sind die Firmen STRABAG und Leitner  – hat das Projekt geplant, errichtet und betreibt die Bahnen 30 Jahre auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Bis dato hat die private Betreibergesellschaft bereits über € 20 Mio in das Projekt investiert. 

„Die Hungerburgbahn ist eine wesentliche Verbindung für die Innsbruckerinnen und Innsbrucker zwischen der pulsierenden Stadt und der ruhigen Natur. Der alpin-urbane Charakter unserer Landeshauptstadt wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern geschätzt und ist ein Garant für die hohe Lebensqualität. Die von der verstorbenen Architektin Zaha Hadid entworfene Hungerburgbahn ist mittlerweile zu einem Wahrzeichen Innsbrucks geworden und nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken“, betonte Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer. 

TVB-Obmann Dr. Karl Gostner sieht es ähnlich: „Mit der Neugestaltung der Stationen der Hungerburgbahn hat Zaha Hadid – nach der Planung der Bergiselschanze 2003 – im Jahr 2007 erneut internationale Maßstäbe für moderne Architektur in der Innsbruck gesetzt. Die Stationen sind besondere Beispiele innovativer Architektur, die den alpin-urbanen Charakter von Innsbruck in einer einzigartigen Weise bereichern. Sie prägen das Stadtbild von Innsbruck und haben als Sehenswürdigkeiten auch große touristische Bedeutung erlangt, da sie internationale Aufmerksamkeit wecken, weltweite mediale Präsenz erzeugen und viele Gäste unserer Stadt nachhaltig faszinieren. Durch den Doppelcharakter als öffentliches Verkehrsmittel einerseits und Ausflugsbahn andererseits schafft die Hungerburgbahn einen Kontakt zwischen Einheimischen und Touristen und fördert dadurch das Gefühl unserer Gäste, sich authentisch in unserer Stadt zu bewegen.“

Das Erfolgsprojekt hat viele Gesichter, denen Thomas Schroll im Rahmen des 10. Geburtstages seinen Dank ausrichten möchte. Dies ist die Stadt Innsbruck, für die Beauftragung zum Projekt sowie das Vertrauen in die Betriebsführung. Auch der TVB Innsbruck hat mit der gemeinsamen Weiterentwicklung der Bahnen hin zu einem Ausflugsberg von internationalem Format einen wichtigen Anteil am Erfolg. Ein weiteres Stück vom Geburtstagskuchen erhalten die vielen Partner, etwa die örtlichen Hotels, der Naturpark Karwendel, der Alpenzoo Innsbruck, die vielen Hütten und gastronomische Betriebe auf der Nordkette sowie die Mitarbeiter und die vielen helfenden Hände am Berg.

Aktionen und Aktivitäten zum Jubiläum geplant

Das 10-jährige Jubiläum der Bahn wird während der gesamten Wintersaison gebührend gefeiert. Hierfür hat sich das Team rund um Geschäftsführer Thomas Schroll einiges einfallen lassen. So werden der Weiherburgtunnel und die Stationen in verschiedenen Farben erstrahlen. Die Architektur der Bahn, die zur weltweiten Bekanntheit beigetragen hat, wird zusätzlich in den Fokus gerückt. „Wir werden von jetzt an bis zum 6. April 2018 Architekturführungen – dienstags um 10:30 Uhr in Englisch und freitags um 16:00 Uhr auf Deutsch – anbieten“, informiert der Geschäftsführer. Die Kabinen wurden mit Bildern und interessanten Informationen und Fakten rund um die Bahn beklebt und werden somit zum fahrenden Museum.

Exkurs: Innsbrucker Hungerburgbahn – modern und visionär
Die Hungerburgbahn ist nicht mit anderen Bahnen vergleichbar, weshalb die Ausführung eine besondere Herausforderung darstellte. Während die Anlage beim Congress nahezu eben startet, verläuft sie von der Weiherburg zur Station Alpenzoo mit 46 % Steigung bis zur Station Hungerburg. Eine eigens entwickelte hydraulische Neigungseinrichtung für die Kabinen der beiden Wagen stellt sicher, dass die Fahrgäste die Unterschiede während der Fahrt nicht bemerken und in allen Stationen bequem aus einem horizontalen Wagen ein- und aussteigen können. Aufgrund der Trassenführung, die vom flachen Bereich in einen sehr steilen Bereich übergeht, war es zudem notwendig, das Seil über Seilrollen im Bereich der Geleise niederzuhalten. Diese Neuentwicklung wurde weltweit erstmals auf dieser Anlage eingesetzt.

Bei den vier Stationen Congress, Löwenhaus, Alpenzoo und Hungerburg wurde von Stararchitektin Zaha Hadid, die für die gesamte Architektur verantwortlich zeigt, das Zusammenspiel von zwei kontrastierenden baulichen Elementen gewählt: hell lackierte Glas-Dachschalen wölben sich über eine Sichtbetonlandschaft. Hadid erklärte damals: „Die freie Form der Dachtragflächen nimmt Bezug auf die regionalen landschaftlichen Phänomene wie Eis- oder Schneelandschaften. Durch den Kontrast der Materialoberflächen wird der Eindruck des Schwebens und der Leichtigkeit dieser frei stehenden Schalenkonstruktionen unterstützt.“ (inpublic)