Logo Innsbruck informiert
Die Visualisierung zeigt das Siegerprojekt von „terra.nova Landschaftsarchitekten".
Die Visualisierung zeigt das Siegerprojekt von „terra.nova Landschaftsarchitekten".

AnpruggenerInnen gestalten ihren Stadtteil

In Innsbrucks ältestem Stadtteil erarbeiteten weit mehr als einhundert AnwohnerInnen in Workshops wichtige Zukunftsthemen zur Weiterentwicklung ihres Lebensraumes.

Seit 2014 gestalten die BewohnerInnen Anpruggens aktiv ihren Stadtteil mit. Seitdem ist es gemeinsam mit den BürgerInnen gelungen, konkrete Lösungsansätze zur Verkehrsberuhigung, Schaffung von Begegnungszonen und Verbesserung des Rad- und Fußwegnetzes zu erarbeiten. „Aus dem direkten Bürgerbeteiligungsprozess entstand ein Maßnahmenkatalog, den wir kontinuierlich weiter bearbeiten. Zu einigen Punkten laufen Ermittlungsverfahren, Gutachten oder wurden aus planungstechnischen Gründen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben“, erklärt Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider. „Die komplexen Aufgaben werden vom Amt für Tiefbau und Planung mit den involvierten Ämtern und Referaten koordiniert. Ich bedanke mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre gute Arbeit und ihr Engagement.“

Bereits umgesetzte Maßnahmen

Viele Wünsche der BürgerInnen von Anpruggen kamen zum Thema sichere Straßen, wie zum Beispiel die Ausdehnung der 30-km/h-Beschränkung von der Magtstraße bis östlich des Kinderhortes Kaysergarten, die sehr zeitnah umgesetzt wurde. Bereits im Frühjahr 2017 startete das neue Projekt des Bundesministeriums für Inneres bzw. der Landespolizeidirektion Tirol mit der Stadt Innsbruck. Es nimmt sich des speziellen Themas „Sichere Schulwege“ an. Somit wird dem Wunsch der AnpruggenerInnen  entsprochen, für rücksichtsvolles Fahren in einem von FußgängerInnen und RadfahrerInnen stark frequentierten Stadtteil zu sorgen. Zahlreiche weitere Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, wie beispielsweise die Verbesserung der Beleuchtung für die Radunterführung Innbrücke, die Freigabe des Emile-Béthouart-Steges für RadfahrerInnen und die Markierung sowie Beschilderung der Anwohnerparkplätze.

„Wir arbeiten kontinuierlich am Maßnahmenkatalog, der aus dem Bürgerbeteiligungsprozess in Anpruggen entstanden ist. Besonders freue ich mich auf die Realisierung der Begegnungszone am Mariahilfplatzl.“

Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider

Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider

Mariahilfplatzl als Begegnungszone

Im vergangenen Februar wurde das Siegerprojekt des Realisierungswettbewerbs der Öffentlichkeit präsentiert. Nachdem das Preisgericht zunächst keinen Sieger gekürt und eine Überarbeitung zweier Projekte vorgeschlagen hat, traf die elfköpfige Jury eine einstimmige Entscheidung. „Das Warten hat sich gelohnt“, fasst Vizebürgermeisterin Pitscheider zusammen: „Das überzeugende Siegerprojekt führt uns vor Augen, dass die Entscheidung, nach der ersten Runde des Architekturwettbewerbs die Überarbeitung zweier Entwürfe zu fordern und damit mehr Zeit in die Entwicklung zu investieren, die richtige war.“ Schließlich soll die Gestaltung vom Mariahilfplatzl bis zum Hans-Brenner-Platz hohe Aufenthaltsqualität schaffen.

Hohe Aufenthaltsqualität

Das Urteil der Jury: „Das Projekt von terra.nova Landschaftsarchitektur überzeugt durch einen subtilen und präzisen Umgang mit der historischen Bedeutung von Anpruggen und hat durch die Überarbeitung an Wert gewonnen. Durch die Umwandlung der ursprünglich dreiecksförmig-geplanten Grünfläche in eine offenere Platzfläche hat der Entwurf stark an städtebaulicher Qualität, funktionaler Nutzung und Großzügigkeit gewonnen. Die Bereiche vor der Kirche und dem Brunnenplatzl sind in ihrem Wesen gut definiert und auch für die Mariahilfstraße wurde ein schlüssiger Querschnitt gefunden, der allen VerkehrsteilnehmerInnen entgegenkommt. Durch den Wegfall einer klassischen Straße entsteht eine Mischverkehrsfläche mit hoher Aufenthaltsqualität. Dies lässt erwarten, dass ein aktiver Ort der Begegnung mit vielen Nutzungsmöglichkeiten entsteht, welcher dem Stadtteil weitere Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet“, hieß es in der Bewertung des Siegerprojekts. VL