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Von Hand werden die Pflanzen einzeln im teils unwegsamen Gelände von Mitarbeitern des Forstamtes eingesetzt.
Von Hand werden die Pflanzen einzeln im teils unwegsamen Gelände von Mitarbeitern des Forstamtes eingesetzt.

1.500 Bäume für Kranebitter Schutzwald

Große Aufforstung im Waldgebiet Sperber

Der Sperber ist ein extrem steiles und schwer zugängliches Waldgebiet oberhalb von Kranebitten/Allerheiligen. Dieses Gebiet ist ein Objektschutzwald, der die unterhalb liegenden Häuser und Siedlungen vor Lawinen und Steinschlägen schützt. Aus diesem Grund sind der Erhalt und die Erneuerung dieses Waldes besonders wichtig. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 2008 beschloss die Stadt Innsbruck rund fünf Hektar Wald im betroffenen Gebiet zu kaufen. „Die Sicherheit der Innsbruckerinnen und Innsbrucker hat oberste Priorität. Durch den Ankauf des Waldstückes können wir gewährleisten, dass der Schutzwald durch Baumpflanzungen schnellstmöglich und fachgerecht durch die Mitarbeiter des Forstamtes saniert wird“, erläutert der ressortzuständige Stadtrat Franz X. Gruber.

Konstante Aufforstungsmaßnahmen

Seit dem Ankauf wurden am Sperber rund 5.900 junge Bäume gepflanzt. Mitte April erfolgte die jüngste Aufforstung, im Zuge derer 1.500 junge Fichten, Kiefern, Lärchen, Pappeln, Mehlbeeren und Buchen mit dem Hubschrauber auf die Schadfläche geflogen wurden. Dort pflanzten sie die Mitarbeiter des Forstamtes auf teilweise extrem steilen Flächen, die nur mit Steigeisen und Seilsicherung begehbar waren. „Damit die jungen Bäume gut anwachsen können, brauchen sie viel Wasser. Aus diesem Grund sind wir vermutlich die einzigen, die sich über die aktuellen Regenfälle freuen“, meint Projektleiter Kurt Pröller schmunzelnd. 

Gesunde Baumgesellschaften

Um die volle Funktion eines Schutzwaldes nutzen zu können, benötigt es eine gesunde, vitale und stabile Boden- und Waldstruktur. Dies wird durch die Pflege des Waldes durch die Mitarbeiter des Forstamtes, aber auch die privaten WaldbesitzerInnen garantiert. Referatsleiter Ing. Albuin Neuner weiß dazu: „Wir achten sehr auf eine gesunde Durchmischung der Waldstruktur. Die verschiedenen Baumarten haben unterschiedliche Licht- und Nährstoffansprüche. Dies kommt dem gesunden Waldboden zugute. Aber auch die unterschiedlichen Wurzelsysteme helfen dem Wald seine Schutzfunktion aufrecht zu erhalten.“ 

Die Lieblingsspeise des Wildes

Die Tanne ist ein Pfahlwurzler und „nagelt“ quasi den Boden fest. Diese Eigenschaft ist besonders im Schutzwald, aber auch bei Bachläufen gefragt. Aufforstungen mit Tannen haben allerdings ein erhöhtes Ausfallrisiko, weil diese unter Wildverbiss besonders leiden. Um das Wild von ihrer Lieblingsspeise, der Tanne, fernzuhalten, arbeiten Forstamt, PrivatwaldbesitzerInnen, Jägerschaft und Jagdbehörde Hand in Hand. Neben notwendigen jagdlichen Maßnahmen zur Erreichung eines ausgewogenen Wildstandes, werden die Bereiche, in denen Tannen gepflanzt werden, eingezäunt oder der einzelne Zögling mit einem Verbissschutz bestrichen. 

Nachhaltiges Projektmanagement

Das städtische Forstamt ist stets bestrebt bei Projekten eine möglichst nachhaltige und umfassende Nutzung zu garantieren. Im Jahr 2015 beispielsweise wurden neue Waldwege auf der Nordkette, im größten Naherholungsgebiet der Stadt, erweitert, saniert und gesichert. Mehr als 27 Hektar Waldfläche, davon rund 14 Hektar Objektschutzwald, können nach dem Abschluss der Bauarbeiten modern und effektiv bewirtschaftet und gepflegt werden. „Damit alle etwas davon haben und gleichzeitig die Bedürfnisse des Forstes, des Schutzwaldes, der Jagd und der Almwirtschaft gestillt werden, erfordert es sehr viel Geschick und teils logistische Meisterleistungen“, findet Stadtrat Gruber lobende Worte für die Forstamtsmitarbeiter. 

2016 wurden knapp 26.000 neue Bäume gepflanzt, um die Funktion des Schutzwaldes und die Waldgesundheit aufrechtzuerhalten sowie auch die Waldverjüngung zu forcieren. VL