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Stimmungsvolles Requiem in der bis auf den letzten Platz gefüllten Basilika des Stift Wilten.
Stimmungsvolles Requiem in der bis auf den letzten Platz gefüllten Basilika des Stift Wilten.

Innsbruck nimmt Abschied von Bürgermeister a.D. Romuald Niescher

Mit einem Requiem in der Wiltener Stiftskirche und einem anschließenden Trauerzug zum Westfriedhof wurde dem ehemaligen Stadtoberhaupt, Innsbrucks Alt-Bürgermeister Romuald Niescher, die letzte Ehre erwiesen. Familienangehörige, zahlreiche Ehrengäste aus dem In- und Ausland, unzählige VereinsvertreterInnen sowie die Bevölkerung begleiteten den Verstorbenen auf seinem letzten Weg. Romuald Niescher schied am 22. Mai im 85. Lebensjahr aus dem Leben. 

Der feierliche Begräbnisgottesdienst wurde von Abt Raimund Schreier in der Stiftskirche Wilten zelebriert. Der Geistliche würdigte den Verstorbenen in seiner Predigt als „einen Mann von Kultur und Stil, von Lebensfreude und Energie, von Kreativität und Überraschungen, von glaubwürdiger Religiosität. Er war vielen Menschen gegenüber herzlich, sehr persönlich und zugleich eine politische Person, die Innsbruck verkörpert hat“. Gemäß den Worten aus der Geheimen Offenbarung des Johannes (Offb. 14,13) führte er weiter aus: „Er möge jetzt bei Gott ausruhen dürfen von seinen vielen Mühen, seinem unbeschreiblichen Einsatz für die Familie, für unsere Stadt wie für viele Menschen dieses Landes. Seine Werke werden ihn begleiten.“

Auch VertreterInnen aus der Politik und dem Verbindungsleben fanden bewegende Worte über den Verstorbenen: Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer erinnerte sich an ihren Vorgänger: „Mit dem Tod unseres Ehrenbürgers und Altbürgermeisters Romuald Niescher findet das letzte Kapitel eines bewegten Lebens seinen Abschluss. Er leitete mit viel Engagement und politischem Weitblick die Geschicke der Stadt. Mit Geradlinigkeit und Handschlagqualität ging Raul konsequent seinen Weg. Die Umsetzung eines Vorhabens in demokratischer Weise war sein Ziel – immer im Interesse und zum Wohle seiner geliebten Stadt. Populismus ist ein Schlagwort unserer Zeit. Raul war mit seiner aufrechten Art und Weise gewissermaßen der Kontrapunkt. Er ist zu seinem Wort gestanden, hat sich nicht nach dem Wind wechselhafter Stimmungen gedreht. Romuald Niescher war ein großer Innsbrucker und ein Vorbild in vielerlei Hinsicht. Wir werden ihm immer verbunden sein.“

Stadtrat Franz X. Gruber schloss sich an: „Wir verlieren mit Alt-Bürgermeister Romuald Niescher einen großen Innsbrucker und lieben Freund. In seine Zeit fällt unter anderem auch die Grundsteinlegung der Synagoge in der Sillgasse. Das ist einer der vielen Belege des ihm so wichtigen Miteinanders in der Stadt und seiner christlich-sozialen Wertehaltung. Er hat nicht nur Bauten veranlasst, sondern hat es auch geschafft, die Menschen in den Mittelpunkt zu rücken und damit der Stadt – besonders dem Stadtteil Reichenau, an dessen Entstehen er maßgeblich beteiligt war – eine Seele zu geben. Raul war Neuem gegenüber immer aufgeschlossen, vor allem die Ideen der jungen Menschen und deren Förderung waren ihm wichtig.“

Landeshauptmann Günther Platter schloss sich an: „Es gehört zu den traurigen Pflichten eines Tiroler Landeshauptmanns, Menschen, die unserem Land gedient haben, am Grab zu verabschieden. Diese traurige Pflicht ist aber immer auch verbunden mit dem Privileg, solche Menschen kennengelernt zu haben. Altbürgermeister Romuald Niescher war schon ein solcher Mensch. Über fast 30 Jahre als Gemeinderat, Stadtrat und natürlich vor allem als Bürgermeister hat er sich ganz in den Dienst seiner Heimat gestellt und dabei ganz Wesentliches geleistet. Er hat sein Innsbruck, das für ihn immer ‚die schönste Stadt der Welt‘ war, mit vielen wichtigen und richtigen Entscheidungen geprägt. Ich verneige mich vor seinem Wesen und seinem Wirken: Lieber Raul, ruhe in Frieden!“

Unser Bundesbruder war ein angesehener Tiroler Spitzenpolitiker, ausgestattet mit großem sozialem Verantwortungsbewusstsein. Seine Persönlichkeit und politische Kraft lag in seiner Menschlichkeit begründet. Romuald Nieschers unermüdlicher Einsatz war von echter Kameradschaft und Bundesbrüderlichkeit gekennzeichnet. Der Tiroler Mittelschülerverband (TMV) trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden um Alt-Bürgermeister Romuald Niescher v/o Dr. cer. Xerxes, einem hochverdienten Bundesbruder und einem besonders treuen Mitglied unserer Gesinnungsgemeinschaft“, so Reg.-Rat Edmund Mauracher, Ehrenringträger des TMV.

Vereine zollten Tribut

Das Vereinsleben lag dem Verstorbenen Alt-Bürgermeister stets am Herzen. Seine Verbundenheit mit den unterschiedlichen Vereinen zeigte sich auch auf seinem letzten Weg: Eine Vielzahl an VereinsvertreterInnen war gekommen und zollte dem Verstorbenen Tribut. Gemeinsam mit der Trauergemeinschaft begleiteten sie Romuald Niescher mit einem Trauerzug zu seiner letzten Ruhestätte am Westfriedhof. 

 

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