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Der Biber hinterlässt im Stadtgebiet Innsbruck seine Spuren.
Der Biber hinterlässt im Stadtgebiet Innsbruck seine Spuren.

Biber hinterlässt Spuren in der Stadt

Amt für Grünanlagen schützt Bäume gegen Biberverbiss

Da ein Ast, dort ein angeknabberter Baumstamm und ein Biberdamm – das kleine Nagetier macht sich in Innsbruck wieder bemerkbar. Knapp 200 Jahre nach seiner Ausrottung kehrt der fleißige Landschaftsgestalter wieder heim und erobert sich langsam seine früheren Lebensräume in Tirol zurück. Im Herbst und Winter sind entlang des Inns und anderen Gewässern die Spuren des zweitgrößten Nagetieres der Welt zu entdecken.

Seit vergangenen Herbst hat ein junger Biber den Lohbach für sich als Lebensraum entdeckt. Aufgefallen ist der Biber durch seine Nageaktivitäten und durch den Damm, den er am Lohbach errichtet hat. Insgesamt gibt es derzeit drei Biberpopulationen im Stadtgebiet von Innsbruck. Am Lohbach, Am Gießen und am Inn im Bereich des Wohnheimes Reichenau.

Erhalt von Bäumen
„Der Biber bringt die Natur in die Stadt zurück. Das ist sehr erfreulich, anderseits muss durch die angeknabberten Bäume die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet sein“, erklärt der für Grünanlagen zuständige Stadtrat, Mag. Gerhard Fritz. Die Stellen und der Damm am Lohbach werden wöchentlich von MitarbeiterInnen des Amtes für Grünanlagen – Pflege und Service auf angefressene Bäume kontrolliert. „Im Falle, dass ein Baum so stark angefressen wurde, dass er umstürzen könnte, wird er von uns aus Sicherheitsgründen gefällt. Wenn möglich, lassen wir den Baum oder zumindest einen Teil der Äste als Futter für die Biber liegen“, erklärt Stefan Engele vom Amt für Grünanlagen.

Um der Sorge der AnrainerInnen um dem Erhalt der Bäume gerecht zu werden sowie um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, hat das Amt für Grünanlagen der Stadt Innsbruck nach Rücksprache mit der Biberbeauftragten des Landes, Mag.a Monika Eder-Trenkwalder einen Großteil der Bäume mit sogenannten Drahthosen gegen Biberverbiss geschützt. Der Biber ernährt sich rein vegetarisch. Im Sommer frisst er fast alles was grün ist – im Winter sind Baumrinden oft die einzige Nahrung.

Biber schafft neuen Lebensraum für andere Tiere
„Einen Damm baut der Biber, da er ein korpulentes Tier ist und zum Schwimmen eine gewisse Wassertiefe benötigt. Durch den konstanten Wasserspiegel hinter einem Damm kann der Biber außerdem seine Behausung, die Biberburg vor Feinden schützen. Der Eingang zur Biberburg soll stets unter Wasser liegen“, gibt die Biberbeauftragte Eder-Trenkwalder einen Einblick.

Durch die lebensraumgestaltende Fähigkeit ist eine Dynamik in den Gewässerraum zurückgekehrt, die lange Zeit gefehlt hat. Indem er am Ufer gräbt und Bäume bearbeitet, schafft er neue Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und Erlebniswelten für den Menschen. Der possierliche Nager wird grundsätzlich als Baumeister und Landschaftsgärtner bezeichnet, dessen Aktivitäten für eine Renaturierung der Uferflächen sorgt und zugleich die Artenvielfalt fördert. Vor allem Insekten, Amphibien, Reptilien, Fische und Vögel profitieren von den neuen Strukturen. Interessierte können sich anhand der Biberbroschüre informieren: https://www.tirol.gv.at/umwelt/naturschutz/biberbetreuungsstelle/ (MF)