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Bei der Präsentation des Siegerprojektes des baukünstlerischen Wettbewerbs für das Baufeld 1 am Areal „Campagne Reichnenau“ (v. l.): NHT-Geschäftsführer Mag. Markus Pollo, Architektin DI Birgit Kornmüller („bogenfeld ARCHITEKTUR“), Planungsstadtrat Mag. Gerhard Fritz, Architekt DI Gerald Zehetner („bogenfeld ARCHITEKTUR“), Jurymitglied DI Mag. arch. Max Rieder, Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, IIG-Projektleiter DI Martin Franzmaier, Wohnungsstadtrat Andreas Wanker und IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler
Bei der Präsentation des Siegerprojektes des baukünstlerischen Wettbewerbs für das Baufeld 1 am Areal „Campagne Reichnenau“ (v. l.): NHT-Geschäftsführer Mag. Markus Pollo, Architektin DI Birgit Kornmüller („bogenfeld ARCHITEKTUR“), Planungsstadtrat Mag. Gerhard Fritz, Architekt DI Gerald Zehetner („bogenfeld ARCHITEKTUR“), Jurymitglied DI Mag. arch. Max Rieder, Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, IIG-Projektleiter DI Martin Franzmaier, Wohnungsstadtrat Andreas Wanker und IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler

Sieger für Teil der Wohnbebauung „Campagne Reichenau“ steht fest

Künftige Bebauung des Areals schreitet voran, Baubeginn Anfang 2018

Das Gebiet rund um die ehemalige Sportanlage der Campagnereiter in der Reichenau stellt einen wichtigen Teil der Wohnraumoffensive der Stadt Innsbruck dar. Nach umfangreichen Vorarbeiten konnte im Oktober 2016 ein städtebauliches Leitbild vorgelegt werden, das im Rahmen eines kooperativen Planungsverfahrens erstellt wurde. Ziel dieses Planungsverfahrens war das Definieren eines städtebaulichen Masterplans (festgelegte Erschließungen, Grünflächen und Bauplätze), auf dessen Basis Architekturwettbewerbe formuliert werden können. In der Folge wurde ein EU-weiter baukünstlerischer Wettbewerb für das erste Baufeld veranstaltet.

Die Juryentscheidung für die ersten drei Plätze fiel am vergangenen Donnerstag, 01. Juni, einstimmig aus. Als Sieger des offenen, anonymen und einstufigen Architekturwettbewerbs ging das Büro „bogenfeld ARCHITEKTUR“ aus Linz hervor. Auf Platz zwei liegt das Büro ARGE KRÖPFL_ECK_EIGENTLER aus Innsbruck. Platz drei der Jurywertung ging an „ma.lo architectural office” - Architekt Markus Malin und Architektin Eva Lopez (Innsbruck) und ex aequo an Architekt DI Thomas Groser (Schwaz-Wien) und Architekt DI Bernhard Mayr (Schwaz). Insgesamt wurden 39 Projekte eingereicht. Der Wettbewerb fand in Kooperation mit der Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten statt.

„Das Areal in der Reichenau bietet die einmalige Chance, einen neuen hochwertigen Stadtteil für alle Generationen zu entwickeln. Der vorliegende Masterplan ist ein Plädoyer für die qualitative Stadtentwicklung und hat Pilotcharakter für Innsbruck. Nun können Zug um Zug weitere Schritte im Sinne der Innsbrucker Bürgerinnen und Bürger gesetzt werden“, betont Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

„Seit mehreren Jahren gibt es Bestrebungen, für das Gebiet rund um die ehemalige Sportanlage der Campagnereiter eine neue Entwicklung zu ermöglichen. Gemeinsam mit der IIG und aufbauend auf das städtebauliche Leitprojekt wird das Areal nun zu einem modernen Siedlungsgebiet mit Schwerpunkt Wohnen, Grünflächen und Infrastruktureinrichtungen weiterentwickelt und so ‚ein Stück Stadt gebaut‘. Das Siegerprojekt ist sehr spannend und setzt die Anforderungen des Masterplans in hervorragender Weise um“, betont Planungsstadtrat Mag. Gerhard Fritz.

„Leistbares Wohnen ist eines der dringendsten Anliegen der Innsbruckerinnen und Innsbrucker. Hier in der Campagne Reichenau wird ein Stadtteil entwickelt und neuer, hochwertiger Wohnraum samt Freizeitqualität entsteht“, meint Wohnungsstadtrat Andreas Wanker.

„Es freut mich, dass wir nur wenige Monate nach der Präsentation des Masterplans für die Campagne Reichenau den ersten Architekturwettbewerb erfolgreich abhalten konnten. Die IIG nimmt die Vorgaben des Leitprojektes in der Ausführung sehr ernst und freut sich auf die Realisierung des Projektes von ‚bogenfeld ARCHITEKTUR‘, erklärt IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler.

„Die Entwicklung des Areals Campagne Reichenau ist ein städtisches Leuchtturmprojekt. Entsprechend groß war auch die Zahl der eingereichten Beiträge. Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Siegerprojekt ein spannendes Leitbild für die weitere Bebauung dieses neuen Stadtteils gefunden haben“, erklärt der Geschäftsführer der Neuen Heimat Tirol Gemeinnützige WohnungsGmbH (NHT), DI Mag. Markus Pollo.

Statement der Jury

Das Projekt ist eigenständig und gleichzeitig bestandsintegrierend. Es baut auf den Empfehlungen des Masterplans auf und entwickelt einen zusätzlichen Mehrwert für den gemeinsamen Raum. Die Höhenentwicklungen, wie Bauvolumina, reagieren angemessen moderat auf die Nachbarschaft und auf die zukünftige weitere Entwicklung des Baufeldes 2. Eine besondere Charakteristik des Projektes stellt die Idee „Freiluft-Wohnzimmer“ dar. Die damit neu vorgeschlagene Binnenraumabfolge von Gassen und Plätzen kann für unterschiedliche NutzerInnen Aufenthalts- und Treffpunktqualitäten anbieten. Damit ist ein soziales Zueinander von BesucherInnen und BewohnerInnen gleichfalls möglich. Weiters befand die Jury, dass sich das Projekt durch seine menschlichen Dimensionen und erlebnisreichen Raumabfolgen sowie „Tageslicht-Schattenspiele“ besonders auszeichnet. Damit schafft das Projekt als erster zu realisierender Baustein eine eigenständige urbane Identität.

Jurymitglied DI Mag. arch. Max Rieder streicht die besonderen Qualitäten des Projekts hervor: „Es wird ein Stadtteil der vielfältigen Nachbarschaften entwickelt. Die Idee, den gemeinsamen öffentlichen Raum als eine Art ‚Freiluft-Wohnzimmer‘ zu verstehen kennzeichnet die besondere Projektcharakteristik. Dieses ‚Freiluft-Wohnzimmer‘ wird durch eine lebendige Abfolge von Gassen und Plätzen gebildet, die eine Art zeitgemäßes Altstadtflair anbieten.“

Eine Ausstellung der eingereichten Projekte findet von morgen Samstag bis Donnerstag 08. Juni, jeweils von 13:00 bis 19:00 Uhr, im Festsaal der Volksschule Pradl-Ost (Siegmairstraße 1) statt.

Zahlen, Daten Fakten

Derzeit ist die Stadt Innsbruck Grundeigentümerin des Areals Campagne Reichenau. Das Planungsgebiet umfasst eine Fläche im Ausmaß von rund 8,4 Hektar, davon entfallen derzeit 4,6 Hektar auf die Sportvereine IEV, ITC, IAC und ASKÖ. Das Baufeld 1 stellt den ersten zu bebauende Platz in der Radetzskystraße 47 dar. Dieser befindet sich auf dem Gelände der Tennisanlage von der Sportunion/Turnerschaft Innsbruck, welche in die Wiesengassen 20 übersiedeln. Der Spatenstich erfolgt im Juni 2017, die Fertigstellung und Übersiedelung ist für das erste Quartal 2018 geplant.

Am freigewordenen Bauplatz 1, der eine Größe rund 6.600 Quadratmeter umfasst, errichtet die IIG im Rahmen einer Projektpartnerschaft mit der NHT geförderten Mietwohnbau. Insgesamt entstehen ca. 310 Mietwohnungen, deren Vergabe durch das Wohnungsamt der Stadt Innsbruck erfolgt.

Die ersten Vorbereitungsarbeiten sind für März 2018 geplant. Die Baufertigstellung erfolgt voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2020. Die Errichtungskosten liegen bei rund 45 Millionen Euro.

Historie und bisherige Beschlüsse

Am 10. März 2011 fand im Bauausschuss erstmals die Präsentation einer Studie zum Areal statt. Am 01. Dezember 2011 wurden die planerischen Überlegungen zum sogenannten „Wohnen im Süden“ im Bauausschuss beschlossen. Mit Stadtsenatsbeschluss vom 18. November 2015 erging an die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) der Auftrag ein kooperatives Planungsverfahren durchzuführen. Nach umfangreichen Verhandlungen und Planungen wurden im Stadtsenat am 20. Jänner 2016 und im Gemeinderat am 27. Jänner 2016 die von der IIG vorgelegten Vereinbarungen und grundstücksbezogenen Voraussetzungen (Verträge, Grundstücksgeschäfte…) für ein kooperatives Verfahren beschlossen. Dieses dauerte von April bis September 2016. Infolge konnte mit Beschluss vom 18. Oktober 2016 ein EU-weiter baukünstlerischer Wettbewerb für das erste Baufeld vorbereitet werden. Dieser fand heuer am 30. und 31. Mai sowie 01. Juni 2017 statt. (KR)