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VertreterInnen der Stadt Innsbruck machten mit einer Info- und Verteilaktion in der Maria-Theresien-Straße auf den Equal Pay Day aufmerksam (v. l.): Gleichberechtigungsbeauftragte Monika Erharter, Daniel Burgstaller (Frauen und Generationen), Gemeinderätin Angela Eberl, Stadtrat Gerhard Fritz, Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider, Gemeinderätin Renate Krammer-Stark, Andrea Kreisl (Frauen und Generationen), Referatsleiterin Uschi Klee (Frauen und Generationen) und Gemeinderat Helmut Buchacher
VertreterInnen der Stadt Innsbruck machten mit einer Info- und Verteilaktion in der Maria-Theresien-Straße auf den Equal Pay Day aufmerksam (v. l.): Gleichberechtigungsbeauftragte Monika Erharter, Daniel Burgstaller (Frauen und Generationen), Gemeinderätin Angela Eberl, Stadtrat Gerhard Fritz, Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider, Gemeinderätin Renate Krammer-Stark, Andrea Kreisl (Frauen und Generationen), Referatsleiterin Uschi Klee (Frauen und Generationen) und Gemeinderat Helmut Buchacher

Equal Pay Day in Innsbruck am 26. Oktober 2017

Aufmerksamkeit für Einkommensunterschiede

Der Equal Pay Day – der Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern – kennzeichnet rechnerisch jenen Tag, an dem Männer bereits die Gehaltssumme erreichen, für die Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen. Damit verdeutlicht er die bestehenden Einkommensunterschiede.

Ab 27. Oktober arbeiten Frauen in Innsbruck gratis

Wie aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria hervor geht, verdienen Frauen in Innsbruck – bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung und Vergleich der Brutto-Jahreseinkommen – durchschnittlich 18,3 Prozent weniger als Männer (tirolweit: 24,4 Prozent, österreichweit: 21,7 Prozent). Umgelegt auf die Kalendertage heißt das, dass Frauen in Innsbruck ab dem 27. Oktober statistisch gesehen für den Rest des Jahres 2017 gratis arbeiten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einkommenssituation der Frauen in der Tiroler Landeshauptstadt etwas verbessert (19,2 Prozent – Innsbrucker Equal Pay Day am 22. Oktober 2016).

„Der Equal Pay Day bietet eine gute Möglichkeit, öffentlichkeitswirksam einen konstruktiven Dialog rund um das Thema Einkommensgerechtigkeit und Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zu führen“, stellt Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider fest: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sollte heute schon selbstverständlich sein, muss aber weiterhin vehement eingefordert werden. Es gilt noch viel Bewusstseinsbildung bei Männern, aber auch bei Frauen zu leisten!“

Bewusstsein schärfen und Chancen aufzeigen

In Kooperation mit dem Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes wurde die Kampagne „Halbe/Halbe“ ins Leben gerufen, die österreichweit auf eine gerechtere Verteilung der unbezahlten Arbeit hinarbeitet. Gemeinsam mit der Gleichbehandlungsbeauftragten der Stadt Innsbruck wurde ein Lineal konzipiert, das die Einkommenseinbußen durch Unterbrechung bzw. Reduktion der Erwerbstätigkeit eindrücklich veranschaulicht. Mit diesen Instrumenten, ergänzt durch Informationen über Möglichkeiten einer gerechteren Verteilung wie etwa Pensionssplitting, sollen Frauen wie Männern bei einer Verteilaktion Impulse gegeben werden, die Zukunft gemeinsam gerechter zu machen.

Ungerechte Verteilung von Erwerbsarbeit und unbezahlter Arbeit

Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen mehr die Ausnahme als die Regel und die Lohnniveaus in Branchen mit hohem Frauenanteil tendenziell geringer. Die gravierendsten Nachteile erleiden Frauen dadurch, dass immer noch der Großteil der unbezahlten Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen wie selbstverständlich auf ihren Schultern lastet. Dadurch bedingte Reduktionen und Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit lassen die Einkommensschere noch weiter auseinander klaffen.

86 Prozent der Väter von mindestens einem Kind bis 15 Jahre sind Vollzeit beschäftigt, bei Frauen sind dies nur 18 Prozent. Der Großteil der bezahlten Überstunden wird von Männern erbracht. Die unbezahlte Arbeit wird allerdings zu zwei Dritteln von den Frauen erledigt. Laut Zeitverwendungsstudie arbeiten Männer 63,4 Stunden pro Woche, davon sind 75 Prozent bezahlt. Frauen hingegen kommen auf 66 Wochenstunden, davon sind aber nur 59 Prozent bezahlt.

Über ein ganzes Erwerbsleben summieren sich diese Einkommensnachteile laut Berechnungen der Arbeiterkammer auf durchschnittlich 435.000 Euro. Basis für diese Berechnung sind die jüngsten Daten der EU-weiten Verdienststrukturerhebung, nach der österreichische Frauen durchschnittlich 900 Euro pro Monat weniger bekommen bei durchschnittlich 34,5 Erwerbsjahren.

Lebenslange Folgen

Die ungerechte Verteilung von Erwerbsarbeit und unbezahlter Arbeit ist eine enorme Belastung für Frauen, mit Folgen, die sie ein Leben lang begleiten. Jede Reduzierung oder Unterbrechung der Erwerbstätigkeit wirkt sich empfindlich auf die Höhe der Pension aus.

Weitere Informationen

Referat Frauen und Generationen

Referatsleiterin Mag.a Uschi Klee

Tel.: +43 512 5360 4206

post.frauen.generationen@innsbruck.gv.at