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Rebekka Mayr (Aranea), Natascha Chmelar (Dowas für Frauen), Gabi Plattner (Frauenhaus Tirol), Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider, Referatsleiterin Uschi Klee und Doris Stauder (Frauen gegen Vergewaltigung) hängten gemeinsam die „Frei leben ohne Gewalt“-Flagge am Balkon des Rathauses auf.
Rebekka Mayr (Aranea), Natascha Chmelar (Dowas für Frauen), Gabi Plattner (Frauenhaus Tirol), Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider, Referatsleiterin Uschi Klee und Doris Stauder (Frauen gegen Vergewaltigung) hängten gemeinsam die „Frei leben ohne Gewalt“-Flagge am Balkon des Rathauses auf.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

25. November ist auch in Innsbruck Gedenk- und Aktionstag

Im Jahr 1981 wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen erstmals zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen erklärt, der seither weltweit als Gedenk- und Aktionstag begangen wird. Den Hintergrund bildet das traurige Schicksal der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik, die als Bürgerrechtskämpferinnen 1960 nach monatelanger Verfolgung und Folter brutal ermordet wurden.

Gewalt gegen Frauen: täglich und in allen Bereichen

Im Jahr 2014 hat die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte die bisher größte Studie zu Gendergewalt veröffentlicht, für die 42.000 Frauen in den 28 EU-Mitgliedsländern befragt wurden. Sie zeigt, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein massiver Missstand in unserer Gesellschaft ist:

  • 33 Prozent der Frauen in der EU, das entspricht ca. 62 Millionen, sind ab ihrem 15. Lebensjahr zumindest einmal Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden.
  • 22 Prozent der Frauen haben körperliche und/oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft erlebt.
  • Eine von 20 Frauen (fünf Prozent) ist seit ihrem 15. Lebensjahr vergewaltigt worden.
  • 43 Prozent der Frauen sind bzw. waren durch den/die aktuelle/n oder früheren PartnerInnen psychischer Gewalt ausgesetzt.
  • 33 Prozent haben in der Kindheit körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren müssen.
  • 18 Prozent der Frauen haben Stalking erlebt.
  • Elf Prozent der Frauen (20 Prozent der jungen Frauen von 18 bis 29 Jahre) waren Ziel von Online-Belästigungen.
  • 55 Prozent der Frauen waren Opfer von sexueller Belästigungen.

Oftmals gelangen Akte von Gewalt gegen Frauen aber nie an die Öffentlichkeit: So gaben 67 Prozent der Frauen, die Opfer von gravierenden Gewaltvorfällen innerhalb einer Partnerschaft waren, an, diese nicht der Polizei oder einer anderen Organisation gemeldet zu haben.

Das tatsächliche Ausmaß von Gewalt an Frauen ist nur schwer in Zahlen zu fassen. Offizielle Zahlen dokumentieren jeweils nur einen bestimmten Ausschnitt der Realität, sodass die wirkliche Dimension von Gewalt an Frauen oft nur durch Schätzungen zu erahnen ist.

Lange Zeit wurde dieses Thema vollständig tabuisiert. Viele der betroffenen Frauen fühlen sich hilflos. Unsicherheit und Angst vor weiteren Übergriffen, aber auch Scham hindern sie daran, ihre Rechte einzufordern und Hilfe zu suchen. Viele sprechen mit niemandem über die erlebte Gewalt. Die aktuelle #metoo-Debatte bestärkt jedoch Frauen, aus dem Schatten herauszutreten und damit auch anderen Frauen die Kraft dazu zu geben.

Gewalt gegen Frauen ist eine Verletzung der Grundrechte hinsichtlich ihrer Würde, dem Zugang zur Justiz und der Gleichheit der Geschlechter.

Innsbruck zeigt Flagge!

Um die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren, zeigt Vizebürgermeisterin und Frauenreferentin Mag.a Sonja Pitscheider gemeinsam mit Vertreterinnen der Frauenorganisationen in unserer Stadt mit der „Frei leben ohne Gewalt“-Fahne Flagge gegen die Gewalt an Frauen und Mädchen.

„Gemeinsam setzen wir ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern“, betont Vizebürgermeisterin Pitscheider. „Die Zahlen zeigen dramatisch, wie notwendig es ist, das Thema Gewalt an Frauen und Mädchen in die Öffentlichkeit zu bringen. Besonders eklatante Fälle dringen erschütternd ins öffentliche Bewusstsein, aber tägliche Gewalt passiert permanent und latent. Es ist besonders wichtig, unsere Gesellschaft – Frauen wie Männer – dafür zu sensibilisieren, ihre Wahrnehmung zu schärfen und gemeinsam deutlich Signale gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen!“

Weitere Informationen:

Stadt Innsbruck

Frauen und Generationen

Mag.a Uschi Klee

Tel.: +43 512 5360 4206

post.frauen.generationen@innsbruck.gv.at

Veranstaltungen in Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und der damit startenden 16 Tage gegen Gewalt organisieren Frauenorganisationen und Institutionen unserer Stadt eine Vielzahl an Veranstaltungen , die dieses Thema in die Öffentlichkeit bringen und möglichst breit sensibilisieren wollen. Hier eine Auswahl dazu:

Demonstration zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Samstag, 25. November, 15:00 Uhr, Treffpunkt: Franziskanerplatz

Organisation: Frauenvernetzungsgruppe für Begegnung und Austausch

Vortrag von Fadumo Korn: Der Schnitt im Kopf – Beschneidung von Mädchen und die gesundheitlichen Folgen

Samstag, 25. November, 18:00-20:00 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12

Veranstaltung vom DOWAS für Frauen

Eröffnung der Wanderausstellung „feminism loaded“ des AEP in der SOWI

mit Buffet und Impulsführung durch Angelika Schafferer

Montag, 27. November, 18:00 Uhr, SOWI Aula-Foyer, Universitätsstr. 15

Dauer der Ausstellung: Samstag, 25. November 2017 bis 16. Dezember 2017

Veranstaltung von Verein Netzwerk Geschlechterforschung, Interfakultäre Forschungsplattform Geschlechterforschung, Büro für Gleichstellung und Gender Studies, Frauenreferat der Diözese Innsbruck

Voices against Violence – Singen gegen Gewalt an Frauen

Freitag, 01. Dezember, 14:00-16:00 Uhr, Innenstadt

Aktion der FrauenLesbenVernetzung Tirol

Dokumentarfilm: „Where to, Miss?“ Eine Frau kämpft für ihren Traum

Sonntag, 10. Dezember, 18.00 Uhr, Leokino, Anichstr. 36

Veranstaltung von kinovi(sie)on, Frauenhaus Tirol und Initiative Minderheiten

Feminale #IntersexStories

Sonntag, 10. Dezember, 18:00 Uhr, ArchFem, Zollerstraße 7

Veranstaltung von Archfem