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Hoher Besuch von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid: Seit eineinhalb Jahren besucht Tobi die Volksschule Igls-Vill, die sonderpädagogische Förderung anbietet.
Hoher Besuch von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid: Seit eineinhalb Jahren besucht Tobi die Volksschule Igls-Vill, die sonderpädagogische Förderung anbietet.

Soziale Bildung: Integration in Schulen

Diversität wird in Innsbrucks Schulen groß geschrieben – die Kinder lernen und profitieren davon. Der gemeinsame Unterricht mit Kindern anderer Muttersprachen oder mit Behinderung unterstützt die soziale Bildung aller.

Über allen städtischen Initiativen und Projekten in diesem Bereich steht für Stadtrat Ernst Pechlaner: „Jedes Kind ist gleich viel wert. Wir können und wollen es uns nicht leisten, auch nur eines zurückzulassen.“ Aktuell besuchen rund 380 Kinder mit Fluchthintergrund die Innsbrucker Pflichtschulen und werden in speziellen Sprachlernklassen (SPK) betreut. Die Volksschule Pradl-Ost ist eine von drei Volksschulen, in denen eine solche angeboten wird. Weitere Sprachlernklassen sind in der VS Leitgeb II und VS Angergasse sowie in zwei Klassen an der NMS Pembaurstraße eingerichtet. Allein am Standort Pradl-Ost haben von den 250 SchülerInnen 40 Deutsch nicht als Muttersprache. Im Rahmen einer Sprachlernklasse wird zurzeit 22 Kindern aus neun verschiedenen Nationen in Sachen Deutsch unter die Arme gegriffen. Anfangs haben die Kinder den Status als außerordentliche SchülerInnen. Sobald sie dem Unterricht problemlos folgen können, werden sie in Regelklassen übernommen. Kern der Sprachlernklassen ist das Fördern ohne die Kinder zu separieren und damit gelebte Diversität zu erreichen. Mindestens 14 Stunden pro Woche unterstützen speziell ausgebildete LehrerInnen die jungen Menschen intensiv.

Neu: Sprachschlümpfe fördern

Sprachbarrieren sind nicht selten ein Hindernis im schulischen Alltag. Speziell die Beziehung von Erziehungsberechtigten und Lehrpersonen sowie administrative und pädagogische Abläufe werden dadurch erschwert. In der Bildungsregion Innsbruck Stadt werden Eltern und LehrerInnen im Pflichtschulbereich auf Initiative des Landesschulrats ab sofort von zwei DolmetscherInnen – sogenannte Sprachschlümpfe – unterstützt.
Als erste Bewährungsprobe des Konzeptes gilt die kommende Volksschuleinschreibung von 06. bis 09. März. Die ExpertInnen stehen den Eltern in den Sprachen Kurdisch, Türkisch und Arabisch zur Seite. Darüber hinaus kann das neue Unterstützungstool bei Bedarf von den Schulen angefordert werden. Der Sprachschlumpf kommt an die Schule und unterstützt dort, wo die Hilfe gebraucht wird. Allgemeine Infos: Landesschulrat für Tirol, Bildungsregion Innsbrucks-Stadt; Tel +43 512 52033 553 bzw.
www.lsr-t.gv.at

Bildungsministerin lobt städtische Schulen

Im Rahmen ihres Innsbruck-Aufenthalts besuchte Bildungsministerin Dr.in Sonja Hammerschmid mit Stadtrat Ernst Pechlaner die Inklusionsklassen der städtischen Volksschulen Igls-Vill und Dreiheiligen. „Es ist schön zu sehen, dass Inklusion gelebt wird und wie lebendig und bunt Schule gestaltet werden kann“, so die Ministerin. „Die Kinder lernen voneinander und durch gelebte Diversität profitiert auch die soziale Bildung der jungen Menschen. Lehrkräfte sind natürlich besonders gefordert, sich dieser neuen Situation zu öffnen“.

Kommunikation, Flexibilität und Engagement

Damit eine integrative Schule funktioniert, sind gute Kommunikation, Flexibilität und ein hohes Engagement aller Beteiligten notwendig. Wird bei einem Kind ein sonderpädagogischer Bedarf festgestellt, wird von der Stadt Innsbruck ein/e SchulassistentIn zur Verfügung gestellt. Stadtrat Ernst Pechlaner erläutert: „In einer inklusiven Klasse werden die Kinder nicht nur von ihrer Lehrerin oder ihrem Lehrer betreut. Für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf stehen speziell ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen zur Verfügung. Darüber hinaus werden auch Schulassistentinnen und -assistenten beschäftigt. VL/AS/KR

„Bildung bedeutet auch Herzensbildung. Kinder brauchen viele und ganz unterschiedliche Eindrücke, um zu wachsen. Es entspricht dem Leitbild unserer Pflichtschulen, allen Schülerinnen und Schülern wesentliche Vorteile in der Entwicklung von Persönlichkeit, Eigenständigkeit, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit zu bieten.“

Stadtrat Ernst Pechlaner

Stadtrat Ernst Pechlaner

Zahlen und Fakten zur Schulintegration:

  • Für die Stadt Innsbruck sind rund 30 SchulassistentInnen im Einsatz.
  • 36 SonderpädagogInnen betreuen 120 SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an 22 Schulen.
  • Jedes Kind und jede Situation wird individuell beurteilt. Generell haben in Österreich Eltern das Recht zu entscheiden, ob ihr Kind mit Behinderung eine Pflicht- oder eine Sonderschule besucht.