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Eröffnungsfest zum Kreativwettbewerb Vill

Drei Siegerprojekte präsentieren sich bis Herbst 2017

Im Stadtteil Vill begann Anfang des Jahres ein Kreativwettbewerb für die Nutzung des ehemaligen Gasthofs Traube. Geboren wurde die Idee im Zuge eines Bürgerbeteiligungsprozesses der Stadt Innsbruck, finanziert wird sie unter anderem durch eine 5.000 Euro LA21-Zertifizierung von Land Tirol. Gemeinsam mit den ProzessbegleiterInnen von Stadt:Labor – Architekten und mit Zustimmung der Besitzerfamilie hat der Stadtteilausschuss beschlossen, den Kreativwettbewerb für das Gasthaus Traube auszuschreiben. Eine Fachjury wählte im Februar aus 15 Einreichungen drei Projekte aus, die bereits gemeinsam ein Programm für das nächste halbe Jahr erarbeitet haben. Weitere drei Projekte von Werhild Benger, Margarethe Westland und Christine Wiesler wurden mit einer besonderen Erwähnung ausgezeichnet. „Die Villerinnen und Viller haben mit dem Stadtteilausschuss ein gutes Leitbild erarbeitet. Nun geht es an die weitere Entwicklung und die schreitet mit den ausgewählten Projekten positiv voran“, betont Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

„Komische Vögel“

Programmstart ist am Sonntag, 02. April, mit einem Eröffnungsfest von 14:00 bis 17:00 Uhr direkt im Gasthof Traube. Dabei findet ab 15:00 Uhr die Vernissage der Ausstellung „Komische Vögel“ statt. Künstlerin Mag.a Ingeborg Geir und Kuratorin Dr.in Elisabeth Vogel überzeugten die Jury mit ihrer Idee „Die Traube – Mehr als nur ein Gasthof“. Unterschiedliche AkteurInnen haben sich zusammengeschlossen, um das Potential der Traube als Zentrum für Vielfalt in Vill und darüber hinaus sichtbar zu machen. Kunst, Bühne, Erinnerungskultur, Vorträge und Kulinarik werden für ein halbes Jahr in den Räumlichkeiten einziehen, diese beleben, bespielen, inszenieren und erfahrbar machen. Das gemeinsame Tun, Interaktion, Lernen voneinander und Weitergeben stehen dabei im Vordergrund. Angeboten werden eine Vielfalt von Veranstaltungen u.a. durch architektur:lokal e.G., feldVerein, kollektiv raum wert* und komische Vögel. Die Ausstellung dauert bis 19. August.

Dorfplatz als Treffpunkt

Das zweite Siegerprojekt hat den Titel „Ding [Ting] – Vill“, eingereicht von Richard Scwharz. Ein großer Tisch auf dem Viller Dorfplatz bietet Informationstechnologie, die das Zusammenfinden im Dorfzentrum nahelegt und den Raum als einen Aufenthaltsraum für Menschen markiert. Anhand von Workshops wird ein Tisch gebaut und darin ein Webserver mit Dorfplatzreichweite installiert. Über diesen können per WLAN und zweier Terminals, „Heimseiten“ zu möglichst vielen Häusern von Vill abgerufen werden können. Sie bieten den jeweiligen BewohnerInnen die Möglichkeit, Informationen „online“ auf den Dorfplatz zu stellen, die sie ihrer Nachbarschaft mitteilen möchten. Nach Installation des Tisches im Zentrum soll er Ziel von Anfragen, zufälligen Treffen werden und geplanter Anlass für angekündigte Gespräche über Arten und Weisen des Informationsaustausches im Dorf sein.

Selbst gemacht

Bei „Do It Yourself – Traube“ nutzt eine Gruppe junger AkteurInnen aus Innsbruck (Andreas Lageder, Sylvia Baumgartner, Ian Gillis und Kai Kosog) gemeinsame Interessen und Hobbies, um verschiedene Do-It-Yourself-Workshops in der Traube von Vill zu veranstalten. Alle Interessensbereiche haben eines gemeinsam: zum einem benötigen sie Raum und zum anderen machen die Tätigkeiten gemeinsam mehr Spaß. Die Workshops zielen auf folgende Schwerpunkte ab: selbst fermentieren, einlegen und einmachen sowie selbst Bier brauen und „upcyclen“. Dabei geht es nur zum Teil um Wissensvermittlung, vielmehr soll im gemeinsamen Tun ein Netzwerk und Austausch mit anderen Interessierten und ExpertInnen entstehen.

Freier Eintritt beim Eröffnungsfest

Der Stadtteilausschuss von Vill hofft auf rege Teilnahme bei den verschiedenen Veranstaltungen. Das Eröffnungsfest findet am kommenden Sonntag statt, der Eintritt ist frei. Das vollständige Programm für die Traube und das Dorfzentrum von Vill findet sich unter www.vill.at. Heuer im September ist die Abschlusspräsentation zum Wettbewerb geplant.

Blick zurück

Der Leitbildprozess in Vill begann Mitte März 2015. Besonders wegweisend war eine sogenannte Zukunftskonferenz mit rund 70 Beteiligten. Dabei definierten die BewohnerInnen die vier Arbeitskreise „Verkehr & Mobilität“, Leben & Kultur“, „Landwirtschaft & Gewerbe“ sowie „Bauen & Wohnen“ und die dazugehörigen Zielvorstellungen. Ein ausgearbeiteter Maßnahmenkatalog unterteilte die Ideen in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Aufgaben.

Der Facebook-Auftritt von „Vill bei Innsbruck“ soll zur Verbesserung der Kommunikation untereinander und nach außen beitragen, die „Villkommenszeitung“ wird neu hinzugezogene BürgerInnen begrüßen und über den Stadtteil informieren. (SAKU)