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Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer antwortet auf Leserbrief

Leserbrief von Robert Atzinger, Kronen Zeitung vom 01. Oktober 2017

"Sehr geehrter Herr Atzinger,

für Olympische Winterspiele in Innsbruck-Tirol sprechen viele Punkte, von denen die gesamte Bevölkerung profitiert: Dringend benötigte neue Wohnungen für den sozialen Wohnungsmarkt werden rasch errichtet; junge SportlerInnen werden gezielt gefördert; der Tourismus und viele weitere heimische Wirtschaftssparten werden gestärkt; der öffentliche Nahverkehr und auch die E-Mobilität werden gefördert. Das ist wissenschaftlich fundiert nachlesbar in der Machbarkeitsstudie. Bitte informieren Sie sich dazu z.B. auf www.olympia2026.at

Zentral ist, dass wir mit unserem Angebot die Rahmenbedingungen vorgeben: nachhaltige, regionale und ökologisch vertretbare Spiele. Damit wollen wir die Olympischen Spiele zurück holen, in die Wiege des Wintersports und in vernünftige Maßstäbe, bei denen der Sport im Vordergrund steht. Das Angebot ist bewusst ökologisch und auf die Nutzung der Bahn ausgelegt und kommt ohne den Neubau von Wettkampfstätten aus. Ihre Befürchtungen, dass in Innsbruck Gebäude errichtet werden, die Ihnen nicht gefallen, sind also unbegründet.

Wenn diese Bedingungen nicht akzeptiert werden, dann werden wir als Veranstalter nicht zur Verfügung stehen. Ein Ja am 15.10. ist kein Blankoscheck für die Durchführung von Olympischen Winterspielen in Innsbruck-Tirol um jeden Preis. Ein Ja bedeutet, ein „Go“ für harte und intensive Verhandlungen, die Olympischen Spiele 2026 zu unseren Bedingungen durchzuführen. Je deutlicher dieses Ja ausfällt, umso stärker sind wir gegenüber dem IOC! Die konkrete Entscheidung fällt erst nach diesen Verhandlungen im Frühsommer 2019 in den gewählten Entscheidungsgremien des Landes. 

Wir sollten aber nicht von vornherein den Kopf einziehen, sondern unsere Kompetenzen unter Beweis stellen. Innsbruck und Tirol haben einen weltweit unvergleichbaren Erfahrungsschatz, was die Veranstaltung von Sportevents betrifft. Mit diesem Wissen können wir mutig und selbstbewusst auftreten!

In St. Anton haben wir Skipisten, die sich für internationale Wettkämpfe und somit auch für Olympische Spiele hervorragend eigenen. Der Patscherkofel gehört da schon lange nicht mehr dazu. Der historische Neunfachtriumph der ÖSV-Herren liegt beinahe 20 Jahre zurück. Und der FIS Weltcup Team Event im Februar 2014 wurde nur im unteren Bereich bei der Heiligwasserwiese ausgetragen. Wir bauen den Patscherkofel nun zu einem Berg für Winter und Sommer für die ganze Familie aus. Wettbewerbstaugliche Pisten sind in anderen Skigebieten Tirols ausreichend und in Topqualität vorhanden. Da brauchen wir nicht unsere einzige lange Skiabfahrt am Patscherkofel über viele Tage im Winter zu sperren und vereisen, sodass keine Familien mehr dort Skifahren können.   

Weiters schreiben Sie, dass Ihnen das sich derzeit im Bau befindliche Haus der Musik nicht gefällt. Damit neue Gebäude einen hohen Standard erfüllen, werden in Innsbruck öffentliche Neubauten und Wohnbauten seit rund 25 Jahren nur mehr über (meist) international ausgeschriebene Architekturwettbewerbe geplant. Bürgerbeteiligung und Architektenwettbewerbe ermöglichen eine Stadtentwicklung in hoher Qualität, die von den Menschen geschätzt wird. Was letztlich bei der Gestaltung eines einzelnen Bauwerkes gefällt oder nicht gefällt, darüber lässt sich im Einzelfall vortrefflich diskutieren. Denn Geschmäcker sind verschieden und damit liegt die Schönheit im Auge des Betrachters.

Was Ihre Sorgen zur Vorplatzgestaltung betrifft, so kann ich Sie jedenfalls beruhigen. Der Vorplatz des neuen Hauses der Musik wird als Teil des in den nächsten Jahren neu entstehenden Kulturquartiers ein Platz mit viel Grün werden. Schon während der Bauarbeiten wird viel Aufwand betrieben, damit die bestehenden Bäume (auch die Blutbuche) erhalten bleiben können. Für die Platzgestaltung haben wir Grünflächen vorgesehen und viele neue zusätzliche Bäume. Und auch der historischen Leopoldsbrunnen wird hier wieder seinen angestammten Platz finden.

Am besten, Sie schauen es sich direkt vor Ort an: Die Blutbuche steht wie eh und je, und das Fundament für den Leopoldsbrunnen wird demnächst errichtet!

Gerne können wir uns in einem persönlichen Gespräch über das Angebot zu den Olympischen Spielen unterhalten. Ich freue mich auf ein Gespräch mit Ihnen. Bitte vereinbaren Sie bei meiner Mitarbeiterin Susanne Meraner (Tel. 0512-5360-2330, susanne.meraner@magibk.at) einen Termin.

 

Herzliche Grüße

Christine Oppitz-Plörer"