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Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer antwortet auf Leserbrief

Leserbrief von Bertl Mitter, TT vom 18. April 2017

"Sehr geehrter Herr Mitter,
vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Mail, das am 18.04.2017 auch in der Leserbriefe-Rubrik der Tiroler Tageszeitung veröffentlicht wurde, direkt mit Ihren offenen Fragen zur Lawinenzone am Patscherkofel an mich wenden. Gerne kläre ich Sie und alle Interessierten über die Lawinensituation auf.

Warum ist die Rote Zone nicht in Tiris zu finden? Die Zonen, die im Tiris eingetragen sind, betreffen nur so genannte „raumrelevante“ Bereiche, das sind Bereiche die unmittelbar den Siedlungsraum betreffen. Außerhalb werden diese Zonen individuell (speziell im Seilbahnbereich) von der Wildbach- und Lawinenverbauung festgelegt – diese werden nicht ins Tiris übertragen.

Für die Planungen der Bergstation wurden folglich umfangreiche Einschätzungen und Begehungen vor Ort durch Sachverständige in Zusammenarbeit mit dem Forsttechnischen Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung durchgeführt. Auf dem daraus resultierenden Plan ist die Rote Zone klar ersichtlich. Die Rote Zone endet oberhalb der neuen Bergstation. Das Schutzhaus stand und steht nicht in der Roten Zone!

Wie Sie richtig schreiben, befindet sich oberhalb des Schutzhauses eine Verbauung. Die Lawinenverbauung der sogenannten Wasserschloss-Lawine wurde nach einem Lawinenereignis errichtet. Das ist auch der Verhandlungsschrift zum naturschutzrechtlichen Verfahren zu entnehmen. Darin wurde auch festgestellt: „Unmittelbar westlich der Wasserschloss-Lawine schließt ein weiteres Anbruchgebiet an, welches aufgrund der Neigung und Geländeform als potentielles Lawinenanbruchgebiet einzustufen und in weiterer Folge im Lawinenschutzkonzept näher betrachtet worden ist. Das vorliegende Lawinenschutzkonzept und die Sicherheitsanalyse (Stand 13.06.2016) sind schlüssig und nachvollziehbar.“ Aufgrund dieser Lawinenabschätzung wurde der Bergstationsbereich möglichst weit talwärts gerückt.

Natürlich steht es Ihnen als Privatperson frei, das von den zuständigen Experten erarbeiteten Lawinenschutzkonzept anzuzweifeln. Die genehmigenden Behörden und die Bauherren sowie der Gemeinderat der Stadt Innsbruck kann sich aber nicht einfach über Rote Zonen hinwegsetzen. Das wäre grob fahrlässig und eindeutig rechtwidrig.

Gerne stehe ich Ihnen bei allen Stadtteiltagen gemeinsam mit den Experten der Patscherkofelbahn für Fragen zur Verfügung. Am 27.04.2017 sind wir z.B. im Wohnheim O-Dorf.

Herzliche Grüße
Christine Oppitz-Plörer"

Übersichtsplan "Rote Zone" (c) Patscherkofelbahnen

170419_leserbrief_pkb-berg-landschaftschutzgebiet-und-rote-gefahrenzone-lawine.pdf   (872 KB)