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Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer antwortet auf Leserbrief

Leserbrief von Bianca Reinalter, Tiroler Kronenzeitung vom 14. Mai 2017

"Sehr geehrte Frau Rainalter, 

ich nehme Bezug auf Ihren „Offenen Brief an die Bürgermeisterin und ihren Stadtrat“, der am Sonntag 14. Mai 2017 als Leserbrief in der Tiroler Krone gedruckt wurde. Es freut mich sehr, dass Sie wieder den direkten Weg zu mir suchen. Nach unserem offenen Gespräch vor eineinhalb Jahren in meinem Büro, nehme ich Ihre Einladung zu einem Kaffee bei Ihnen zuhause gerne an. Wegen eines Termins wird meine Mitarbeiterin gerne direkt mit Ihnen Kontakt aufnehmen.

Kritik der Innsbruckerinnen und Innsbrucker nehme ich mir sehr zu Herzen. Noch mehr beschäftigen mich Sorgen und Ängste, die oft auf falsch kolportierten oder falsch interpretierten Tatsachen beruhen. Umso wichtiger ist mir das persönliche Gespräch.

Denn die Stadt Innsbruck hat ein sehr solides Budget. Es ist nicht wie oft behauptet wird, dass Innsbruck mit einem Schlag hunderte Millionen Euro Schulden hat. Der Schuldenstand liegt derzeit bei 63,6 Mio. Euro. 33 Millionen Euro Darlehen sind bereits von der Europäischen Investitionsbank (EIB) nach Innsbruck geflossen, weitere 117 Millionen sollen folgen. Die Verschuldung wird – entsprechend dem Baufortschritt der Regionalbahn – schrittweise ansteigen und mittelfristig wieder sinken. Bis jetzt sind 33 Mio. nach Innsbruck geflossen, weitere Tranchen sind im Laufe des Jahres vorgesehen. Leichter nachvollziehbar sind diese hohen Zahlen anhand der so genannten Pro-Kopf-Verschuldung. Diese liegt in Innsbruck (mit dem vorläufigen Abschluss 2016) bei 500 Euro. Im Vergleich mit den großen Städten ist das immer noch ein geringer Wert. St. Pölten liegt da ca. beim dreifachen (1.500), Graz beim fünffachen (2.500), Wien beim sechsfachen (3.000) und Linz beim achtfachen (4.000) Pro-Kopf-Wert. Ganz wichtig ist, die Stadt Innsbruck verschuldet sich nicht für laufende Ausgaben, sondern für Investitionen in die Infrastruktur, konkret in den öffentlichen Verkehr. Innsbruck errichtet mit dem Darlehen Werte für die nächsten Jahrzehnte!

Darüber hinaus hat die Stadt Innsbruck Rücklagen in Millionenhöhe. Dazu kommen Immobilienvermögen – etwa 12.000 Wohnungen, öffentliche Gebäude, Grundflächen etc. Damit können wir uns auch den „Luxus“ leisten, in Projekte zu investieren, die nicht nur unmittelbare Bedürfnisse befriedigen – wie Wohnungsbau, Straßen- und Leitungsarbeiten sowie Bildungs- und Sozialleistungen. In Innsbruck können wir auch in öffentliche Bauten investieren, wie etwa das Haus der Musik, die Patscherkofelbahn oder das Kletterzentrum, die das Leben in unserer Stadt schöner und lebenswerter machen. Zusätzlich sorgen wir mit diesen Investitionen für Arbeitsplätze und kurbeln die regionale Wirtschaft an. Davon profitiert jeder und jede InnsbruckerIn!

Wir arbeiten mit Steuergeld, mit dem Geld der Menschen, die hart arbeiten, und das uns von ihnen anvertraut ist. Dieses Geld gilt es wohlüberlegt zu investieren, um Innsbruck als lebens- und liebenswerte Stadt auch den zukünftigen Generationen zu sichern.

Herzliche Grüße
Christine Oppitz-Plörer"