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PHI-Zertifikatverleihung für die Seniorenwohn- und Pflegeheim Pradl – v.l.n.r.: Josef Geisler/Energielandesrat Tirol, , Laszlo Lepp/PHI, Georg Willi/ Bürgermeister Innsbruck, Markus Schöpf/IIG, Markus Prackwieser/DIN A4 Architektur ZT GmbH
PHI-Zertifikatverleihung für die Seniorenwohn- und Pflegeheim Pradl – v.l.n.r.: Josef Geisler/Energielandesrat Tirol, , Laszlo Lepp/PHI, Georg Willi/ Bürgermeister Innsbruck, Markus Schöpf/IIG, Markus Prackwieser/DIN A4 Architektur ZT GmbH

PM - Gipfelstürmer des energieeffizienten Bauens

"Wir bauen den besten verfügbaren Baustandard"

Während alle unter der Hitze des beginnenden Klimawandels stöhnen, zeigen die Tiroler  Gipfelstürmer des energieeffizienten Bauens, wie dieser Sektor seinen Energieverbrauch drastisch senken kann. Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft und die NEUE HEIMAT TIROL setzen dies im großen Stil um. Damit sind sie Wegweiser, die CO2-Emmissionen bei Gebäuden österreichweit auf Null zu bringen. Zudem verbessert sich auch das Innenraumklima und spart den Nutzern ein kleines Vermögen.

In den letzten Wochen hat eine Vielzahl von extremen Wettereignissen deutlich gemacht: Der von Menschen verursachte Klimawandel hat bereits begonnen.

Machen wir so weiter wie bisher, dann ist unser noch verfügbares CO2-Budget bereits in 14 Jahren zur Gänze aufgebraucht! Es ist daher dringend notwendig, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um den  fossilen Energieverbrauch und die steigenden CO2-Emmissionen drastisch zu reduzieren. Bis spätestens zum Jahr 2050 muss demnach die Weltwirtschaft zur Gänze dekarbonisiert sein.

In der Klima- und Energiestrategie „Mission 2030“ der österreichischen Bundesregierung steht über den energetischen Standard zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele Folgendes: "Der Baustandard für Neubau und thermische Sanierungen ist laufend an den besten verfügbaren Standard anzupassen".

Tirol hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 energieautonom zu werden. „Das bedeutet, dass wir unseren Energiebedarf innerhalb einer Generation etwa um die Hälfte reduzieren und unsere Energieversorgung Schritt für Schritt auf heimische, erneuerbare Energieträger umstellen“, erläutert Energiereferent LHStv Josef Geisler die energiepolitischen Ziele Tirols.

Bei der Zielerreichung spielt der Gebäudesektor eine zentrale Rolle. Zirka 35 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Tirol entfallen auf den Gebäudebereich.

„Wir konnten in Tirol bereits beachtliche Erfolge erzielen, müssen uns aber weiterhin sowohl im Neubau als auch in der Sanierung nach der Decke strecken. Der öffentlichen Hand und den gemeinnützigen Wohnbauträgern kommt dabei speziell in den Ballungsräumen eine bedeutende Rolle zu “, berichtet Geisler. Im Vergleich zu 2005 ist der Energiebedarf im Gebäudebereich um 2,1 Prozent gesunken. Und das obwohl die Wohnbevölkerung Tirols in diesem Zeitraum um 7,5 Prozent oder 52.000 Personen gewachsen ist.

„Ganz nach dem Motto ‚Think Global - Act Local‘ freut es mich ganz besonders, dass die Stadt Innsbruck als Standort für energieeffizientes Bauen gemeinsam mit unseren Bauträgern konkrete Taten setzt“, sagt der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi. „Die Umsetzung der Klimaziele von Paris beginnt vor Ort bei jedem Einzelnen von uns. Hilf auch du mit deinem persönlichen Beitrag mit, damit wir global dem Klimawandel unsere gebündelten lokalen Taten entgegensetzen können.“

Gipfelstürmer des energieeffizienten Bauens

Die NEUE HEIMAT TIROL (NHT) und die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) sind richtungsweisende Vorbilder in Österreich. Sie machen mit ihrer gelebten Unternehmenspraxis deutlich, dass der Passivhaus-Standard und in der Sanierung der EnerPHit-Standard die besten verfügbaren Standards darstellen. Wir wollen sowohl die Regierung als auch alle Stakeholder in den Bundesländern und Gemeinden dazu ermutigen, eben diesen Standard auch tatsächlich auf breiter Ebene umzusetzen.

Einen Monat vor Beginn der Kletter-Weltmeisterschaft im Kletterzentrum Innsbruck verdeutlichen die beiden großen Bauträger NHT und IIG gemeinsam mit der Passivhaus Austria, wie diese den besten verfügbaren Standard auch tatsächlich auf breiter Ebene umsetzen und als „Gipfelstürmer des energieeffizienten Bauens“ den Energieverbrauch reduzieren.  

  •           Innsbruck weist mittlerweile weltweit mit 1,2 m² Passivhaus-Fläche pro Einwohner die höchste Dichte an Passivhäusern in Städten mit über 100.000 Einwohnern auf

  •           Innsbruck hat aktuell über 150.000 m² Energiebezugsfläche an Passivhäusern und EnerPHit-Sanierungen und wird diese bis Ende 2019 fast verdoppeln

  •           Die Stadt Innsbruck errichtet mit der Innsbrucker Immobiliengesellschaft als erste Landeshauptstadt Österreichs alle ihre eigenen öffentlichen Bauten im Passivhaus-Standard, wobei ein Großteil der Gebäude auch zertifiziert wird

  •           Bei Großinstandsetzungen (Generalsanierung) von Bestandsgebäuden der IIG wird der EnerPHit-Standard umgesetzt

  •          Die Dekarbonisierung ist bei der IIG voll im Gange, bei neuen Gebäuden und bei Sanierungen kommen keine fossilen Brennstoffe mehr zum Einsatz. Der Tausch der alten fossilen Anlagen wird im Zuge der Energieraumplanung konsequent im Sinne des Energieplans Innsbruck 2050 bzw. Tirol 2050 energieautonom umgesetzt
  •           Die in Tirol errichteten und in der Passivhaus-Datenbank dokumentierten 40 Objekte von NHT + IIG sparen in den kommenden 40 Jahren 420 GWh an Endenergie durch diesen besten verfügbaren Standard ein. Dies entspricht einem Erdgasvolumen, das in einer Gaspipeline zweimal rund um die Erde Platz hätte

  •           Jeder der Haushalte spart zwischen € 500,- und € 1.400,- jährlich an Energiekosten. Über den Wirkungszeitraum von 40 Jahren spart jeder Haushalt zwischen € 36.000,- und € 100.000,- an Energieausgaben ein kleines Vermögen. Für diese Ersparnis kann sich jeder Haushalt viel leisten – Energieeffizienz zahlt sich eben aus!

  •           Die NHT wird bis 2030 dank der konsequenten Umsetzung von höchster Energieeffizienz bei allen Neubauten wie auch Altbausanierungen frei von fossilen Energieträgern sein

  •          Die NHT hat seit 2009 bereits über 4.500 Wohnungen in Passivhaus-Standard errichtet

Wir bauen den besten verfügbaren Baustandard

„Mit über 4.500 fertiggestellten Passivhaus-Wohnungen sowie weiteren 600 geplanten Einheiten zählt die NHT zu den größten Passivhaus-Bauern weltweit. Neben günstigen Energiekosten für unsere Bewohner leisten wir damit einen konkreten Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit“, betont Geschäftsführer Hannes Gschwentner für die Neue Heimat Tirol (NHT). Für das Engagement bei der Errichtung von energieeffizienten Gebäuden wurde die NHT mit zwei bedeutenden Preisen ausgezeichnet: Ein Wohnprojekt in Absam erhielt die Klimaaktiv Auszeichnung in Gold. Das Wohn- und Pflegeheim Olympisches Dorf wurde 2015 mit dem renommierten Bauherren-Preis und mit dem PHI-Zertifikat ausgezeichnet.

„Der Passivhaus-Standard ist für die IIG mittlerweile schon „zum Standard“ geworden und kann auf einem hohen Niveau umgesetzt werden (bei Neubauten und Sanierungen). Der Weg hin zu Erneuerbaren Energieformen wird bereits seit einigen Jahren konsequent verfolgt. Die ersten beiden Pelletsanlagen in Wohngebäuden der Stadt (Passivhausbauten) sind errichtet und das Firmenareal in der Rossau wird mit einer Hackgutanlage versorgt“, so der technische Leiter der IIG Baumeister Schöpf Markus. Die IIG wurde für die energieeffiziente Bauweise mehrfach mit Klima Aktiv Gold ausgezeichnet.

Die IIG erhielt heute gleich für drei Projekte die PHI-Zertifikate vom Passivhaus Institut überreicht. Für das Seniorenwohn- und Pflegeheim Pradl (zertifiziert vom Energieinstitut Vorarlberg) und die Wohnhausanlage Roseggerstraße gibt es jeweils das Zertifikat Passivhaus Classic. Die im Zuge des EU-Förderprojektes SINFONIA durchgeführte Sanierung der Volksschule Angergasse wurde mit dem EnerPHit-Zertifikat (Passivhaus-Standard für Sanierungen) ausgezeichnet. Laszlo Lepp vom Passivhaus Institut Innsbruck freut sich, mit der PHI-Zertifizierung als unabhängige Qualitätssicherung die hohe Energieeffizienz dieser Objekte – im besten verfügbaren Baustandard – bestätigen zu können.

 

 „All diese positiven Beispiele zeigen, dass es bei sofortigem konsequentem Handeln möglich ist, nicht nur einzelne Gebäude zukunftsfit zu bauen, sondern auch Stadtquartiere oder  ganze Städte bis 2050 enkeltauglich zu gestalten. Es ist nun höchst an der Zeit, diesen besten verfügbaren Baustandard auch Österreich weit zu etablieren“, fordert Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria alle auf, den ausgezeichneten Beispielen zu folgen. Das Passivhaus ist schon längst keine Einzelerscheinung mehr, sondern kann wie am Beispiel Innsbruck durchaus Stadtbild prägend sein, ohne dass dies allerdings sichtbar wird.

 

Einige dieser Objekte werden auch unter den 120 Passivhäusern in Österreich sein, die zwischen 9. und 11. November 2018 zu den Tagen des Passivhauses zu besichtigen sein werden.