Logo Innsbruck informiert
Der Blick auf die Seegrube mit SkifahrerInnen und Gästen sowie der Blick ins Inntal mit seinem Mittelgebirge und den Tuxer Voralpen sind ebenso beeindruckend wie die Leistungen der Springer.
Der Blick auf die Seegrube mit SkifahrerInnen und Gästen sowie der Blick ins Inntal mit seinem Mittelgebirge und den Tuxer Voralpen sind ebenso beeindruckend wie die Leistungen der Springer.

Höher, weiter, schneller: die Anfänge des Skispringens in Innsbruck

Durch seine Lage und seine Wahrzeichen ist die Tiroler Landeshauptstadt international bekannt. Besondere Popularität verdankt sie ihrer Stellung als alpine Metropole des Sports. Die Bergiselschanze unterstreicht diesen Ruf eindrucksvoll.

Die meisten alpinen Sportarten nahmen ihren Anfang im Laufe des 19. Jahrhunderts. Das selbstbewusste, wohlhabende Bürgertum entdeckte die Alpen als Reiseziel und übermittelte neue Trends aus ganz Europa. Gesehenes, Gelesenes und Gehörtes wurden kopiert und weiterentwickelt. Mit den TouristInnen kamen neue Sportdisziplinen ins Land, die von der einheimischen Bevölkerung übernommen wurden. Binnen weniger Jahrzehnte mutierten elitäre Betätigungen zu Breitensportarten. Mit dem technischen Fortschritt im Verkehrswesen begann zeitgleich eine zunehmende Entwicklung des Tourismus, der wesentlich zur Verbreitung und Popularität von Sportarten beitrug. 

Wintersport als integraler Teil der Tiroler Identität

In den 1880er-Jahren erkannte man in Tirol die Bedeutung des Wintersports für die Entwicklung des Tourismus. Mit dem steigenden Interesse des Fremdenverkehrs an Innsbruck und seiner Umgebung nahm neben der Zahl der Sportanlagen auch jene der Hotels zu. Im Stadtbereich gab es 1914 schon siebzehn Hotels, 36 Gasthöfe und sieben Pensionen. Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte man die Wirtschaft vor allem durch den Fremdenverkehr wieder anzukurbeln. Fremdenverkehrsvereine regten aus diesem Grund zum Bau von Rodelbahnen, Skiabfahrten und Eislaufplätzen an. Die Errichtung der Bergiselschanze rückte Innsbruck verstärkt in den sportlichen Fokus. Bedingt durch dieses große Interesse des Tourismus am Wintersport wurde dieser integraler Teil der Tiroler Identität. 

Beim Eröffnungsspringen 1927 gewann Adolf Putz vom „Wintersportverein Igls“ in der Klasse II mit einer Sprungweite von 46 Metern.
Beim Eröffnungsspringen 1927 gewann Adolf Putz vom „Wintersportverein Igls“ in der Klasse II mit einer Sprungweite von 46 Metern.

Eröffnung der Bergiselschanze

Bereits am 31. Jänner 1926 sollte die neue Sprunganlage am Bergisel mit einem Wettkampf eröffnet werden. Wegen Schneemangels musste dies aber auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
Am 23. Jänner 1927, anlässlich der Tiroler Skimeisterschaft, konnte das Eröffnungsspringen schließlich abgehalten werden. Um 12:30 Uhr erfolgte der Abmarsch vom Goldenen Dachl. Mit Musik zogen Sportler und ZuschauerInnen zum Bergisel. Dort fanden sich 73 Skispringer ein. Dieses erste Skispringen am Bergisel fand noch ohne Sprungturm statt. Anlauf wurde auf einer Naturbahn genommen. Um zwei Uhr eröffnete der jüngste Skispringer des „Skiklub Innsbruck“, der fünfzehnjährige Hauswitzka, die neue Schanze. Über 5.000 ZuschauerInnen wohnten dem Ereignis trotz starken Schneetreibens bei.
Schon im Sommer 1927, also kurz nach der Eröffnung der Schanze, wurde ein hölzerner Anlaufturm erbaut, der eine Rekordweite von 53 Metern zuließ. Auf der zuvor bestehenden Naturbahn erreichten die Sportler Weiten um die 40 Meter.

Skispringen sorgt für Begeisterung und Faszination