Logo Innsbruck informiert
Stadtrat Andreas Wanker (r.) gemeinsam mit IIG-Geschäftsführer Franz Danler. Die IIG war für die Umsetzung des Leuchtturmprojekts „Sillblock“ verantwortlich.
Stadtrat Andreas Wanker (r.) gemeinsam mit IIG-Geschäftsführer Franz Danler. Die IIG war für die Umsetzung des Leuchtturmprojekts „Sillblock“ verantwortlich.

Sicheres Zusammenleben

In den Wohnanlagen der Innsbrucker Immobiliengesellschaft und Neuen Heimat Tirol ist ein sicheres Zusammenleben ein fortwährendes Thema. Zur Sicherheit von MieterInnen gibt es klare Regelungen. Ein Leuchtturmprojekt zeigt, wie es geht.

Bauliche Maßnahmen und technische Ausstattungen tragen einen großen Teil zur Sicherheit der BewohnerInnen bei. Barrierefreiheit ist ebenfalls ein wichtiges Schlagwort. Als Leuchtturmprojekt kann hier beispielsweise die Wohnanlage der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) – der „Sillblock“ – präsentiert werden: Die Anlage in der Sebastian-Scheel-Straße wurde im vergangenen Jahr mit dem Zertifikat „Sicheres Wohnen“ ausgezeichnet. „Sicherheit in den eigenen vier Wänden hört nicht beim Feuermelder auf. Besonders für ältere Bewohnerinnen und Bewohner spielen eine Vielzahl an Faktoren eine Rolle“, erklärt der Stadtrat für Wohnen, Andreas Wanker. Das Zertifikat wird vom Land Tirol und dem Verein „Sicheres Tirol“ verliehen.
Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle TirolerInnen auf mögliche Gefahren zu sensibilisieren und im richtigen Verhalten für den Notfall zu schulen.

Facettenreiche Kriterien

Um für eine solche Auszeichnung in Frage zu kommen, müssen Projekte mit mehr als fünf Wohnungen umfangreiche Kriterien erfüllen. So wird beispielsweise die Schwellenfreiheit in der Wohnung ebenso bewertet wie farblich auffallende Handläufe und geradläufige geschlossene und rutschhemmende Stiegen. „Oft sind es Kleinigkeiten, die aber in Sachen Sicherheit im Alltag einen großen Unterschied machen“, geht Wohnungsstadtrat Andreas Wanker ins Detail. Auch die Mindestausstattung bei Sanitärräumen, eine standardmäßige Montage von Haltegriffen bei Badewannen und Duschkabinen sowie kindergerechte Fenstersicherungen und Beleuchtung sind Kriterien.

„Gemeinsam mit den Mieterinnen und Mietern arbeiten wir an der Sicherheit in Wohnanlagen. Damit jede und jeder vorbereitet ist, sollten die Hausvorschriften, Notausgänge und Standorte der Löscheinrichtungen bekannt sein.“

Stadtrat Andreas Wanker

Stadtrat Andreas Wanker

Unterschiedliche Förderungen

Sicherheit in den eigenen vier Wänden bedeutet besonders für ältere BewohnerInnen oftmals die Chance, in der eigenen Wohnung verbleiben zu können. Die Stadt fördert aus diesem Grund zum Beispiel den Umbau von Nasszellen, um diese seniorInnengerecht zu gestalten. „Die Aktion läuft seit 2009 und wird sehr gut angenommen. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehr als 1.000 Förderungen dafür bezogen“, erklärt Stadtrat Andreas Wanker.

Fluchtwege können Leben retten

Besonders in großen Wohnanlagen sind Regeln wichtig, um ein sicheres Zusammenleben gewährleisten zu können. Die Installation der entsprechenden Notbeschilderung in jedem Stockwerk, Feuerlöscher und Schläuche reichen jedoch nicht aus, damit im Ernstfall nichts passiert. Es sind die Einzelnen, die beispielsweise für eine funktionierende Evakuierung eines brennenden Mehrparteienhauses Ihres tun müssen. „Flucht- und Rettungswege sind besonders wichtig. Damit diese auch im Einsatzfall benützt werden können, müssen sie von Gegenständen freigehalten werden“, betont Wohnungsstadtrat Andreas Wanker.

Aufgaben der MieterInnen

Die beiden gemeinnützigen WohnbauträgerInnen, IIG und Neue Heimat Tirol (NHT), weisen in jeder ihrer Wohnanlagen mittels Aushängen auf das richtige Verhalten hin. Rufnummern von Blaulichtorganisationen sind ebenfalls in Schaukästen angebracht.
Für MieterInnen gelten in erster Linie folgende Punkte:

  • Fluchtwege nicht mit Gegenständen, wie Schuhen, Schuhschränken, Blumen usw., verstellen
  • Brandschutztüren schließen
  • Feuerlöscher zugänglich halten
  • in Kellerabteilen und Dachböden keine brandgefährlichen Stoffe aufbewahren
  • keine Gegenstände in Tiefgaragen lagern

In den eigenen Wohnungen sollten zudem Rauchmelder angebracht werden. Diese können auch jederzeit nachgerüstet werden. Nach spätestens zehn Jahren empfiehlt die Feuerwehr die Rauchmelder komplett auszutauschen.

Verhalten im Brandfall

  1. Alarmieren: Notruf 122; Druckknopfmelder drücken
  2. Retten: Gefährdete Personen in Sicherheit bringen; Gebäude über Fluchtwege verlassen
  3. Löschen: Brand mit vorhandenen Löscheinrichtungen löschen
  4. Wichtig: Die eigene Sicherheit geht immer vor – Eigenschutz steht vor Fremdschutz!

Oftmals entscheiden Sekunden

Flucht- und Rettungswege sind nicht nur in den Wohnanlagen freizuhalten. Auch außerhalb müssen die Zufahrten unversperrt bleiben. Damit die Feuerwehr im Ernstfall rasch löschen kann, gibt es vor jeder Wohnanlage Feuerwehrzufahrten und -zonen. Diese dürfen nicht durch parkende Fahrzeuge, Bäume oder andere Gegenstände verstellt werden. Hierbei arbeiten die städtischen Ressorts eng zusammen: Ressortzuständig für die Feuerwehr ist Vizebürgermeister Christoph Kaufmann. Er erklärt: „Brände in Wohnhäusern kommen leider immer wieder vor. Die Sensibilisierung der Bewohnerinnen und Bewohnern ist daher wichtig. Bei einem Brand können Sekunden entscheidend sein, deshalb müssen die Wege unbedingt freigehalten werden.“ SAKU/DH