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Die Klassenzimmer der Volksschule in der Siegmairstraße sind nach der Sanierung hell und modern.
Die Klassenzimmer der Volksschule in der Siegmairstraße sind nach der Sanierung hell und modern.

„Smart City“ Innsbruck spart Geld

Mit dem EU-Projekt SINFONIA nutzt die Landeshauptstadt auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz viele Chancen und stellt sich Herausforderungen. Eine Zwischenbilanz bescheinigt erste Erfolge.

Die Ziele des EU-Projekts SINFONIA (Smart INitiative of cities Fully cOmmitted to iNvest In Advanced largescaled energy solutions) sind klar definiert: 50 Prozent weniger Energiebedarf, 30 Prozent mehr erneuerbare Energien und 20 Prozent weniger CO2-Emissionen. Innsbruck und Bozen wollen diese Ziele als SINFONIAPartnerstädte erreichen. Die Tiroler Landeshauptstadt ist dabei bereits auf einem guten Weg, wie eine Zwischenbilanz zeigt. Energieerzeugung, -verteilung und -effizienz lauten die drei großen Maßnahmen der „Smart City“ Innsbruck. In diesem Sinne werden öffentliche Gebäude und städtische Wohnbauten saniert. Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider führt aus: „Von dem maximalen Fördervolumen von 27,5 Millionen Euro entfallen 12,2 Millionen auf Innsbruck. Das Investitionsvolumen beträgt dabei knapp 100 Millionen Euro in unserer Stadt. Es zeigen sich Chancen und Herausforderungen, die wir gerne nutzen.“

Mehrwert bei Wohnhaussanierungen

Für die BewohnerInnen der betreffenden Wohnungen erhöht sich der Komfort und sie erhalten einen zeitgemäßen Standard. Die Umwelt profitiert durch die Energiereduktion und Innsbruck wird fit für die Zukunft. Im Sinne der Vision „Tirol 2050“ wird das ganze Land energieautonom. Auf technischer Ebene verschmelzen Theorie und Praxis, Forschung und Entwicklung bekommen gleichermaßen Platz und die SINFONIA-PartnerInnen können Erfahrungen austauschen. Als zuständige Vizebürgermeisterin für Energie führt Pitscheider gesamthaft die in der Stadt Innsbruck umgesetzten Projekte an.

„Die Innsbruckerinnen und Innsbrucker profitieren direkt von den Sanierungen und auch die heimische Wirtschaft sowie die Partner ziehen einen Mehrwert daraus. SINFONIA gewährleistet eine lebenswerte Stadt für alle Generationen.“

Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider

Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider

Aktionen der NHT

Die Neue Heimat Tirol (NHT) saniert im Rahmen von SINFONIA acht Liegenschaften und 577 Wohnungen. Das Projekt in der Oswald-Redlich-Straße/Fennerstraße konnte bereits abgeschlossen werden. 31 Wohnungen verfügen seither über eine zentrale Komfortlüftungsanlage. Der Heizwärmebedarf (HWB) konnte in 84 Wohnungen von gerundet 70 kWh/m2a auf 26 kWh/m2a reduziert werden.

IIG in Vorreiterrolle

Volksschulen, die von der Innsbrucker Immobiliengesellschaft(IIG) betreut werden, sind Vorzeigebeispiele für energieeffiziente Sanierungen. Als erstes Projekt konnte die VS Pradl-Ost in der Siegmairstraße im Vorjahr erfolgreich abgeschlossen werden. Diese sowie die Schule in der Angergasse und in Neu-Arzl bekamen bzw. bekommen unter anderem neue Fenster, eine Dämmung der Gebäudehülle (Ausnahme: Siegmairstraße wegen Denkmalschutz) sowie der obersten Geschoßdecke und eine Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Zudem wird dort auf LED-Beleuchtung umgestellt und es gibt bauliche Verbesserungen in Bezug auf Barrierefreiheit, Brandschutz und die Sanitäreinrichtungen. Die Sanierungen wurden von Workshops in
den Schulen begleitet, um die NutzerInnen zu sensibilisieren. „Die Verbesserung der Luftqualität, eine gleichmäßige Beleuchtung und die akustische Optimierung bilden einen Mehrwert für die Lehrpersonen sowie die Schülerinnen und Schüler“, weiß Pitscheider.

Aufgaben der Universität

Zu den ProjektpartnerInnen zählt auch die Universität Innsbruck. Deren ExpertInnen sind für die Erhebung des energetischen Ist-Zustands und Hochrechnungen bei der Umsetzung der SINFONIA-Maßnahmen im gesamten Distrikt zuständig. Die MitarbeiterInnen der Universität übernehmen das Monitoring. Sie führen bei einem Teil der Gebäude mit Zustimmung der jeweiligen MieterInnen Kontrollen durch, ob die Maßnahmen auch den gewünschten Effekt bringen. Ein Jahr lang werden Messungen zu Raumtemperatur, Raumluftfeuchte, CO2 und Energie erhoben und evaluiert.

Chancen von SINFONIA:

  • Impuls für die regionale Wirtschaft
  • Kooperation und Wissenstransfer
  • Interdisziplinarität
  • Ausarbeitung neuer Business-Modelle
  • Technische Maßnahmen für BürgerInnen (Wohnbau)
  • Reputation auf EU-Ebene

Intelligente Lösungen

Die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) setzt ebenfalls viele Projekte dahingehend um. Unter anderem nutzt sie die Abwärme eines Großtransformators im Umspannwerk Mitte, um ihr Bürogebäude in der Salurner Straße über eine Wärmepumpe zu beheizen. Bei der Kläranlage in der Roßau wurde des Weiteren auch ein Biomassekraftwerk errichtet. Dort wird aus Hackschnitzeln energiereiches Holzgas gewonnen. Mit dem daraus erzeugten Ökostrom und der Wärme werden das Klärwerk selbst, das Hallenbad O-Dorf und das Seerestaurant „deck47.“ am Baggersee versorgt. Komplettiert wird das System mit Photovoltaik-Anlagen beim Hallenbad O-Dorf sowie auf der Fassade des neuen Biomassekraftwerks. Die an der Kläranlage erzeugte Energie entspricht dem Strombedarf von rund 500 Haushalten bzw. könnten 300 Einfamilienhäuser mit der Wärme versorgt werden.

Abwärme nutzen

Die TIGAS nutzt die industrielle Abwärme ihres Kooperationspartners Tiroler Rohre. Durch die Einspeisung der Abwärme in ihr Fernwärmesystem können rund 1.500 Haushalte versorgt werden. Das jährliche Wärmeeinspeisungspotential liegt bei knapp 23.100 MWh.

Mehrwert für EnergieversorgerInnen

Die PartnerInnen erhalten durch das EUProjekt ebenfalls einen Mehrwert. Dazu zählt nicht nur ein Wettbewerbsvorteil durch technische Innovationen, sondern auch das Netzwerk. Dieses können sie bilden, indem sie untereinander Wissen aufbauen. Ein dritter Vorteil ist der Ausbau der erneuerbaren Energien, in denen in Bezug auf die Energieeffizienz die Zukunft Innsbrucks liegt. SAKU