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Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Mitte), IVB-GF Martin Baltes (l.) und IIG-GF Franz Danler (r.) zogen eine Bilanz zur Finanzierung städtischer Bauprojekte.
Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Mitte), IVB-GF Martin Baltes (l.) und IIG-GF Franz Danler (r.) zogen eine Bilanz zur Finanzierung städtischer Bauprojekte.

Städtische Bauprojekte: Bilanz der letzten fünf Jahre

IIG-Bauten durchschnittlich rund 2,1 Prozent unter dem Budget abgerechnet

Die Stadt Innsbruck investiert durch eine Vielzahl an Bauprojekten in die heimische Wirtschaft und sorgt damit unter anderem für Arbeitsplätze – unabhängig von der Baukonjunktur. Großprojekte, wie das Haus der Musik Innsbruck, die Straßen- und Regionalbahn, die Patscherkofelbahn und unzählige Wohnbauprojekte bedürfen besonders in finanzieller Hinsicht gewissenhafter Planung. Dass diese in Innsbruck funktioniert, zeigt ein Blick auf beispielhafte Projekte, die in den vergangenen fünf Jahren – in einer Phase einer überhitzten Baukonjunktur – im Umfang von 130 Millionen Euro abgeschlossen wurden.

„Öffentliche Bauprojekte stehen verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit. Es ist mir ein großes Anliegen, transparent und nachvollziehbar den Nachweis zu erbringen, dass gewissenhaft mit öffentlichen Geldern umgegangen wird. Ein Blick auf die Zahlen belegt dies ebenso wie eine überaus professionelle Umsetzung. Durchschnittlich liegen die Abrechnungen der IIG-Projekte mit gesamthaft 2,1 Prozent deutlich unter dem kalkulierten Budget“, erläutert Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer im Zuge eines Pressegesprächs zu der Finanzierung städtischer Projekte. „Bei einem solch großen Volumen an unterschiedlichen Bauprojekten ist die Abhängigkeit von der Baukonjunktur ein wesentlicher Faktor. Uns ist es wichtig, dass über die gesamte Betrachtung eines Leistungszeitraums das Budget am Ende unter dem veranschlagten Rahmen liegt. Wir wissen, dass viele Projekte innerhalb des Voranschlags liegen, einzelne Projekte diesen jedoch auch überschreiten. Wir haben Projekte von 2013 bis 2017 im Detail überprüft. Dabei ergab sich eine Budgetunterschreitung von 2,1 Prozent – über alle IIG-Projekte gerechnet. Das bedeutet, dass gewissenhafte Planung, konsequente Budgetverfolgung und gute Abstimmung mit den späteren Nutzerinnen und Nutzern dazu führen, dass die Bürgerinnen und Bürger darauf vertrauen können, dass nachhaltig und gut gewirtschaftet wird.“

OT von Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer

180309_oppitz-ot-finanzierung-grossprojekte.mp3   (1367 KB)

Breites Portfolio

Ein Großteil des Bauvolumens wird von der 100-prozentigen städtischen Tochter, der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG), umgesetzt. Bei einem abgeschlossenen Bauvolumen von 2013 bis 2017 von rund 130 Millionen Euro wurden 181 Bauprojekte von 10.000 Euro bis 17,8 Millionen Euro umgesetzt. „Die IIG ist als wesentlicher Bauherr für die Umsetzung verschiedenster Hochbauprojekte in Innsbruck zuständig. Sie umfasst Vereins-, Wohn- und Pflegeheime, Großprojekte, wie das Kletterzentrum und Haus der Musik Innsbruck, verschiedene Wohneinheiten – von einer Anlage mit 30 Wohnungen in Amras bis hin zu großen Projekten mit mehr als 100 oder 200 Wohnungen“, erläutert IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler und führt weiter aus: „Unser Portfolio ist sehr differenziert. Alle unsere Projekte werden mit hoher Planungs-, Bau und Ausführungsqualität errichtet.“

Kurzfristige Einsparungen ziehen langfristig hohe Kosten nach sich

Ein Modell, das die Gesellschaft erfolgreich anwendet und damit den Kostenüberblick stets bewahrt, erklärt Geschäftsführer Danler so: „Basis ist eine fundierte Kostenschätzung. Die Planungsleistungen werden an Architektenteams vergeben. Die Kostenverantwortung bleibt bei der Bauherrin IIG, damit ist die Einhaltung von Zeit, Kosten und Qualität besser überprüfbar.“ Es sind aber nicht nur die großen Projekte, bei denen die IIG laufend ihr Know-how unter Beweis stellt: Insgesamt verwaltet die Gesellschaft mehr als 6.000 Wohnungen. Neben der Errichtung liegt auch die Sanierung in ihrem Aufgabenfeld. „Budget-Schätzungen von Sanierungen sind grundsätzlich schwierig“, hält Danler fest.
Die Investitionen bei Gebäudeerrichtungen teilen sich in der Regel in einem Verhältnis auf: „Rund 20 Prozent fallen für die Errichtung an, rund 75 Prozent machen die laufenden Kosten aus. Bauten, bei denen kurzfristig gespart wird, können langfristig sehr teuer kommen“, erläutert Danler.

OT von IIG-GF Franz Danler

180309_danler-ot2-finanzierung-grossprojekte.mp3   (831 KB)

Haus der Musik Innsbruck

Beim Haus der Musik Innsbruck werden bereits in der Errichtungsphase zusätzliche Investitionen in die Qualitätsverbesserung getätigt, auf die sich alle PartnerInnen geeinigt haben. Dazu zählen beispielsweise eine höherwertige Energieeffizienz, eine LED-Beleuchtung der neuesten Generation, eine optimierte Anbindung an das Tiroler Landestheater und die Tiefgarage sowie ein digitales Raummanagement. Dies sind nachhaltige Investitionen um über die Lebenszeit des Gebäudes dauerhaft niedrige Betriebskosten zu haben. Die Finanzierungspartner haben im Vertrag die Prognose des Baukostenindex zum Baustart bei 10 Prozent fixiert. Allgemein wird dieser bei Bauprojekten mit 15 Prozent angesetzt. Dies bedeutet vor diesem Hintergrund, dass die Steigerung des Investitionsvolumens rund 3 Prozent beträgt. „Im Bericht an die Finanzierungspartner von November 2017 wurde ein Investitionsvolumen von 62,2 Millionen Euro – ohne Denkmalsanierung in der Höhe von 500.000 Euro –  für das Kulturprojekt festgehalten, bei einem ausgeschriebenen Bauvolumen von 98 Prozent. Das Volumen inkludiert bereits eine dreiprozentige Schätzungenauigkeit bis zur endgültigen Fertigstellung und Abrechnung 2019“, erläutert IIG-Geschäftsführer Danler. Derzeit laufen die Verhandlungen mit den Finanzierungspartnern, insbesondere hinsichtlich der Finanzierungsmodalitäten: Aufwendungen können z.B. als Investitionen oder als Betriebskosten über einen Laufzeitraum gegenverrechnet werden.  

50 Millionen Euro bei Straßen- und Regionalbahn eingespart

Ein Projekt, bei dem der Kostenrahmen deutlich unterschritten wird, ist die Straßen- und Regionalbahn. „Das Infrastrukturprojekt nimmt immer deutlichere Formen an, einzelne Streckenbereiche werden bereits bedient und gut angenommen“, erklärt Geschäftsführer der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, DI Martin Baltes. Er führt weiter aus: „Durch eine gute Planung und einen optimalen Einsatz der Ressourcen in der zehnjährigen Umsetzungsphase konnten die Kosten deutlich unter dem Voranschlag gehalten werden.“ Das größte Infrastrukturprojekt nach dem Brenner-Basis-Tunnel in Westösterreich profitierte beispielsweise von einer in diesem Zusammenhang günstigen Baukonjunktur. „Die tatsächlichen Projektkosten liegen aktuell mehr als 50 Millionen Euro unter den veranschlagten Kosten – allein für die Stadt Innsbruck“, erklärt der Geschäftsführer. 

Auch das Zukunftspaket am Patscherkofel setzt Baltes um: „Die Patscherkofelbahn wurde eröffnet und wird bereits intensiv genutzt. Bau- und Planungstätigkeiten, wie beispielsweise für die Rodelbahn, laufen aber noch. Dementsprechend haben wir derzeit noch keine Schlussrechnungen vorliegen. Am Ende soll es natürlich eine Punktlandung auf die beschlossenen rund 55 Millionen Euro werden, abschließend lässt sich das allerdings noch nicht sagen – da stehen noch zu viele Vergabeverfahren und Abrechnungen an“, erläutert der Geschäftsführer. Bislang abgerechnet wurden 38,6 Millionen Euro. 

Ziel ist ein ausgeglichenes Betriebsbudget der Patscherkofelbahn Betriebs GmbH. In der im nächsten Gemeinderat vorliegenden Gemeinderatsanfrage werden die Abgänge der vergangenen Jahre transparent dargestellt (2014/2015: 2,4 Mio. Euro; 2015/2016: 1 Mio. Euro; 2016/2017 noch nicht abgeschlossen: 0,9 Mio. Euro). Die Übernahme vom Vorbesitzer erfolgte bekanntlich auch aus dem Grund, weil unter den gegebenen Strukturen mit mehreren unterschiedlichen älteren Liftanlagen kein nachhaltig wirtschaftlicher Betrieb möglich war. Der bisherige jährliche Abgang soll durch die Erschließung über die neue 10er-Einseilumlaufbahn als eine Aufstiegshilfe für Sommer wie Winter für alle Pisten und Nutzungen auf eine schwarze Null reduziert werden.

OT von IVB-GF Martin Baltes

180309_baltes-ot-finanzierung-grossprojekte.mp3   (390 KB)

Lokale Wirtschaft fördern

Aufträge bei städtischen Bauvorhaben werden in der Regel zu mehr als 90 Prozent an lokale Firmen vergeben werden. „Durch die Errichtung der städtischen Bauten sorgen wir nicht nur für moderne Infrastruktur und leistbaren Wohnraum, wir sorgen auch für Arbeitsplätze. Nicht umsonst konnte in Innsbruck vor Kurzem die 100.000er-Marke in Bezug auf Beschäftigungsplätze geknackt werden“, erläutert Bürgermeisterin Oppitz-Plörer. MIR/DH