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Kultfilm auf der Bühne: Westbahntheater spielt „Dogville“

Dem Westbahntheater ist es gelungen die Aufführungsrechte für das Theaterstück „Dogville“ nach dem gleichnamigen Kultfilm von Lars von Trier zu bekommen. Die Geschichte von Grace, die auf der Flucht vor Gangstern in der kleinen Stadt Dogville an den Füßen der Rocky Mountains landet, wird ab 03. März 2018 unter der Regie von Konrad Hochgruber aufgeführt.

Dogville ist ein abgelegenes Dorf in den Rocky Mountains zur Zeit der Großen Depression. Die Ruhe der Stadt wird plötzlich gestört von einer jungen Frau, Grace, die von Gangstern verfolgt wird. Nach einer Abstimmung geben die skeptischen Einwohner Grace zwei Wochen Zeit, sich in Dogville zu bewähren. Auf Toms Anregung hin gewinnt Grace durch Hilfsdienste das Wohlwollen der Gemeinschaft und darf bleiben. Auch ein kleines Einkommen wird ihr zugestanden. Doch als bekannt wird, dass Grace von der Polizei gesucht wird, kippt die Stimmung.

In „Dogville“ werden die Grundfragen der Gastfreundschaft, Macht, Missbrauch, Schuld und Vergeben immer wieder aus verschiedenen Richtungen beleuchtet. Dogville liegt zwar in Amerika, doch wirkt es selbst wie eine Umkehrung des amerikanischen Traums: statt Freiheit und Gerechtigkeit, herrschen in Dogville Abhängigkeit, Erniedrigung und Rache. In diesem Sinne steht Doville für alle Orte, wo es Fremde und Einheimische, Mehrheiten und Außenseiter gibt. Lars von Trier beruft sich bei Dogville auf die Dreigroschenoper von Bert Brecht, und gleichzeitig ist der aktuelle Bezug nicht zu übersehen.

Die vergangenen Wahlkämpfe in Deutschland und Österreich wurden hauptsächlich von einem Thema beherrscht und zwar von der sogenannten „Flüchtlingsfrage“. Nach anfänglich großer Hilfsbereitschaft werden nun die Forderungen und Einschränkungen in Richtung der Flüchtlinge immer größer. Sie müssen immer schärfere Kriterien erfüllen und die Integrationserwartungen steigen. In der Kleinstadt Dogville gibt es normalerweise keine Fremden und beim Auftauchen der schönen Fremden herrscht anfänglich große Skepsis. Dank eines sogenannten Gutmenschen wird sie von den Dorfbewohnern immer mehr aufgenommen, aber als Gegenleistung soll sie für die Gemeinde kleinere Aufgaben erledigen. Dankbar willigt Grace ein, wird aber schon bald immer hemmungsloser ausgenutzt, gedemütigt und misshandelt. Die friedliche Ordnung bekommt Risse, und aus der Idylle wird ein monströser Alptraum.

Lars von Triers Film als Parabel auf die Unbarmherzigkeit der (amerikanischen) Gesellschaft gedacht, wirft die Frage auf, ob es sowas wie Moral gibt oder ob wir nur unseren Trieben folgen.

Der Autor: Lars von Trier

Der dänische Regisseur und Drehbuchautor Lars Van Trier (geb. 1956 in Kopenhagen) ist der Mephisto des Kinos. Ein Egoist, Narziss und Neurotiker, der stets zerstören will und doch das Neue schafft.  Er ist Mitbegründer der Dogma95, ein Manifest für die ihnen eigene Art Filme zu drehen, mit reduzierten Mitteln. Die Dogmathese richtet sich besonders gegen die Wirklichkeitsentfremdung des Kinos und verbannt Effekte und technische Raffinessen. Am liebsten erzählt er von der Verkommenheit der menschlichen Natur, vom Bösen, das er mit unverhohlenem Zynismus triumphieren lässt.

 

Der Regisseur: Konrad Hochgruber

Regie führt der künstlerische Leiter des Westbahntheaters Konrad Hochgruber. Hochgruber hat Schauspiel in Innsbruck und Bruneck studiert. Er unterrichtete an der Theaterschule Bruneck und der Schauspielschule Innsbruck und betreibt das Institut für Theater in Innsbruck. Er war Ensemblemitglied des Tiroler Landestheaters und des Münchner Volkstheater. Seit 2004 ist er Künstlerischer Leiter des Westbahntheaters Innsbruck und ist als Schauspieltrainer, Regisseur und Schauspieler für Theater und Film tätig.

 

Die Schauspielerin: Petra Rohregger

Petra Rohregger wurde in Bozen geboren und ist zwischen Südtirol, Schanghai und Singapur aufgewachsen. Bereits mit 13 stand sie als Kinder-Fernsehmoderatorin auf Chinesisch und Englisch vor der Kamera. Sie besuchte die europäische Theaterschule in Bruneck und legte ihre Bühnenreife 2015 in Wien nieder. Sie spielte in zahlreichen TV- und Werbefilmen. Außerdem wirkte sie in etlichen Theaterstücken in Italien, Deutschland und Österreich mit, wie z. B. am Straßentheater Salzburg als Margherita in „Bezahlt wird nicht“ von Dario Fo (2016). Neben dem Schauspiel arbeitete sie auch als Regieassistentin in Bruneck und Salzburg: 2015 bei „Don Giovanni“ und „Die Wand“ am Landestheater Salzburg.

Die Bühnenbildnerin: Luka Oberhammer

Luka Oberhammer absolvierte für eine Schauspielausbildung am Lee-Strasberg-Theatre-Institute New York und legte  2001 die paritätische Schauspielreifeprüfung in Wien ab. Sie arbeitete als Schauspielerin, Regisseurin und Ausstatterin an verschiedenen Theatern in und um Innsbruck. Am Westbahntheater wirkte sie in zahl-reichen Produktionen mit, wie in „Einige Nachrichten an das All“ von Wolfram Lotz (2016), „Sausalito“ von Thomas Gassner (Mai u. November 2016), in „Elektra und der Bär“ von Petra Maria Kraxner (2015) – eine Koproduktion zw. Westbahntheater und Theater Praesent, in „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson (2015). Zuletzt führte sie am Westbahntheater  Regie in „Das Spiel ist aus“ von Jean-Paul Sartre (2015), „Da unten“ von Jomari (2014) und “Triebe”, der Eigenproduktion vom Westbahnensemble.

Premiere: 03. März 2018

Weitere Vorstellungen: 9./10./11./16./17./18./23./24./25. März 2018

 

Es spielen: Petra Rohregger, Luka Oberhammer, Christoph Stoll, Herbert Redinger, Marcus Freiler, Veronika Schmidinger, Christine Stöckl, Michaela Schalk, Maggie Künzler, Sonja Rudolf, Birgit Gasser, Therese Hofmann, Harry Wenzel, Verena Rosenauer, Franz Sulzenbacher, Dominik Unterthiner, Gabriele Czerny, Gertraud Mair

Ausstattung: Luka Oberhammer

Regieassistenz: Elena Ledochowski

Live Musik: Luka Oberhammer

Technik: Lollo Delago / Elena Ledochowski

Öffentlichkeitsarbeit: Christoph Tauber

Gesamtleitung: Konrad Hochgruber

Aufführungsrechte: Rowohlt Verlag GmbH,(Dramatisiert von Christian Lollike, Deutsch von Maja Zade)

Kartenreservierung:
Sie können Tickets ONLINE unter www.westbahntheater.at oder per Telefon unter 0650/92 512 55 reservieren. Freie Platzwahl.