Logo Innsbruck informiert
Mit dem Ideenwettbewerb „EUROPAN15“ wird der Fokus auf den Bereich zwischen Marktplatz und Universitätsbrücke gelegt.
Mit dem Ideenwettbewerb „EUROPAN15“ wird der Fokus auf den Bereich zwischen Marktplatz und Universitätsbrücke gelegt.

Wohnraum nutzen, Lebensraum formen

Wer nach Innsbruck kommt, „betritt“ die Stadt über den öffentlichen Raum. Je mehr Qualität die Straßenräume, Alleen, Plätze und Parks bieten, umso einladender ist eine Stadt. Nach dem öffentlichen Raum kommt der private Raum. Die eigenen vier Wände sind der persönlichste Bereich, ein Ort des Wohlfühlens und der Sicherheit. Mehr noch, Wohnen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Die Stadt Innsbruck investiert viel in die Gestaltung des öffentlichen Raums und in qualitätvolles Wohnen.

Die Stadt Innsbruck macht viel, um Wohnraum anbieten zu können, zu verbessern und um die Tiroler Landeshauptstadt noch lebenswerter zu machen. Dies geschieht im Kleinen, beispielsweise durch den nachträglichen Anbau von Aufzügen, wie er gerade in
drei Wohnanlagen in der Defreggerstraße 42, 44 und in der Gabelsbergerstraße 28 von der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) umgesetzt wurde, aber auch im Großen. So entsteht am Campagne-Areal in der Reichenau in den kommenden Jahren ein komplett neues Stadtviertel. Damit dieses gut gelingt sowie eine optimale Durchmischung aus verschiedenen Wohnformen, Infrastruktur, Grünraum und Sportflächen bietet, wird die Bevölkerung mit ihrem Wissen und ihren Ideen verstärkt miteinbezogen. Dafür wurde schon jetzt ein Stadtteilzentrum errichtet, das als Begegnungs- und Diskussionsort dient.

Vorhandenes Wissen nutzen

Wenn viele Menschen auf wenig Raum leben, muss dieser möglichst ideal genutzt werden. Eine besonders große Rolle spielt diese Vorgabe speziell in der zukünftigen Stadtentwicklung. In diese muss die Bevölkerung, die über enormes Wissen und viel Erfahrung verfügt, miteingebunden werden. Aktuellstes Beispiel dafür, wie die Einbindung von BürgerInnen erfolgen kann, ist „EUROPAN15“. Dabei handelt es sich um Europas größten Ideenwettbewerb für innovativen Städtebau und Architektur, für den die Tiroler Landeshauptstadt heuer als Standortpartner eingeladen wurde (mehr dazu in der Infobox). Ziel ist es, den Bereich zwischen Marktplatz und Universitätsbrücke neu zu entwickeln. Unter dem Motto „Innsbruck an den Inn“ sind junge StadtplanerInnen
und ArchitektInnen aufgerufen, strategische Konzepte und Ideen für dieses Gebiet zu suchen. Um den Wettbewerb und das Projektgebiet Interessierten näherzubringen, fand im Jänner bereits eine BürgerInnen-Information mit Stadtteilspaziergängen
und einer Diskussionsveranstaltung statt.

„Wir wollen den Innsbruckerinnen und Innsbruckern die Möglichkeit bieten, mit ihrem Wissen die Stadt mitzugestalten. Dafür dient der direkte Austausch mit den Expertinnen und Experten. Eine lebendige Stadt entsteht, wenn ihre Bewohnerinnen und Bewohner an ihrer Stadt ‚mitbauen‘ – durch gute Ideen, kritische Einwände, aktive Mitarbeit.“

Bürgermeister Georg Willi

Bürgermeister Georg Willi

Ideenwettbewerb damals und heute

Die Wettbewerbsphase von „EUROPAN15“ startet im März. Im September findet die erste Juryrunde durch eine lokale Fachkommission statt. Diese Vorauswahl an Projekten wird im November einer internationalen Jury präsentiert, und im Dezember werden die Ergebnisse bekannt gegeben. Innsbruck konnte bereits einträgliche Erfahrungen mit dem Ideenwettbewerb „EUROPAN15“ sammeln. Bereits Mitte der 1990er Jahre nahm die Alpenstadt an dem Wettbewerb teil. Das damalige Siegerprojekt ist als „Centrum O-Dorf“ heute im Olympischen Dorf zu finden.

 

Priorität bei der Nutzung von Wohnraum

„Dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen“, trifft auf mehr als 133.000 InnsbruckerInnen mit Hauptwohnsitz zu. „Es ist ein Privileg, in unserer einzigartigen alpin-urbanen Stadt leben zu können. Die hohen Kosten für Wohnraum und der Wunsch vieler, hier leben zu wollen, stellen uns aber vor große Herausforderungen“, sagt Bürgermeister Georg Willi mit Blick auf Online-Vermietungsplattformen wie Airbnb. Hinter dieser 2008 geborenen Buchungsmöglichkeit versteckt sich wörtlich übersetzt die Idee von „Luftmatratze und Frühstück“, also „air bed and breakfast“. Auch in der Tiroler Landeshauptstadt kommt das Konzept an, was allerdings direkte Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt hat. „In einer Stadt, in der Wohnraum aufgrund des knappen Angebotes
an Grund und Boden stark eingeschränkt ist, müssen die vorhandenen Wohn- und Lebensräume vor allem den ganzjährig in Innsbruck wohnenden Menschen zur Verfügung stehen“, betont der Bürgermeister. Um das unmittelbare, ganzjährige Wohnbedürfnis
abzudecken, hat die Stadt aktuell für mehr als 16.500 Wohnungen das Vergaberecht. Doch auch die Warteliste ist lang. Zurzeit liegen rund 1.800 Anträge für Mietwohnungen vor. Die Wohnungen, die die Stadt vergibt, sind leistbar, weil sie gefördert errichtet wurden. Da das Konzept des geförderten Wohnbaus bei Missbrauch nicht funktioniert, machte die Stadt kürzlich in einem Schreiben darauf aufmerksam, dass eine Untervermietung von Stadtwohnungen nicht erlaubt ist. Online-Plattformen wie Airbnb werden deshalb regelmäßig kontrolliert. Tauchen dort städtische Wohnungen auf, kann es zu einer fristlosen Kündigung kommen. Die Chancen, dann noch einmal eine Stadtwohnung zu erhalten, sind minimal. Die Kontrollen, ob vom Magistrat vergebene Wohnungen
in irgendeiner Form untervermietet werden, werden nun verstärkt. AA/DH/MF