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Das Siegerfoto unseres Februar-Fotowettbewerbs „Mein Winterspaß am Hausberg“ kommt von Pia Nagl und zeigt einen spektakulären Blick ins Tal.
Das Siegerfoto unseres Februar-Fotowettbewerbs „Mein Winterspaß am Hausberg“ kommt von Pia Nagl und zeigt einen spektakulären Blick ins Tal.

10 Fragen und Antworten zur Patscherkofelbahn

1. Warum wird eine neue Bahn auf den Patscherkofel errichtet? Und werden die bisherigen Bahnen abgebaut?

In die alte Pendelbahn hätten aktuell bis zu 5 Millionen Euro investiert werden müssen, nur um die vier Kabinen instand zu halten und dringend notwendige Sanierungen in Gebäude und Seilbahntechnik umzusetzen, ohne weitere Sanierungsmaßnahmen und ohne die Barrierefreiheit der Talstation, Mittelstation und Bergstation zu erzielen. Ab 2022 hätte die gesamte Bahn jedenfalls neu errichtet werden müssen. Die neue Bahn kann alle anderen Bahnen ersetzen, weil sie alle Pisten und das Schutzhaus sowie Heiligwasser bestens erschließt und darüber hinaus eine optimale barrierefreie Sommererschließung für den 1600 Almenweg, den Zirbenweg und die Patscher Alm bietet. Zugleich werden dem Kofel 30.000 Quadratmeter Natur zurückgegeben. Damit erhält der Hausberg statt vier Bahnen eine Bahn mit einer Technik, einer Werkstätte und einem Betriebssystem.

2. Warum wird die Bergstation genau an dieser Stelle errichtet? Warum fährt die Bahn nicht bis zum Gipfel?

Ziel ist ein kleines, feines Skigebiet mit reduziertem Anlagenpark. Die neue Bergstation ist nicht aus Jux und Tollerei dort situiert und keine politische Entscheidung. Sie ist in Zusammenschau von Landschaftsschutzgebiet, Lawinen- und Windschutz, Erreichbarkeit von Schutzhaus und Pisten sowie des Wanderweges von vielen ExpertInnen als optimaler Standort geplant worden. Jede andere Position der Bergstation würde ungemein größere Eingriffe – wie Lawinenschutzbauten im Schutzgebiet – erfordern. Der Gipfellift wurde vor fünf Jahren vom Voreigentümer abgebaut. Eine zusätzliche Neuerschließung ist aus Naturschutz- und Windgründen nicht sinnvoll möglich.

3. Warum hat die Stadt die Bahn gekauft?

Die Stadt Innsbruck hat 1996 die Kofelbahn um 2,8 Millionen Schilling an Prof. Peter Schröcksnadel verkauft. Bedingung für den Verkauf war damals eine 20-jährige Betriebs- sowie eine Investitionspflicht. Diskussionen über die Ausrichtung des Hausberges folgten 2012, die weitere Zukunft war ungewiss. Im Wissen, dass der Vertrag 2016 endet, verbunden mit einer anstehenden Investitionsvorgabe seitens der Seilbahnbehörde und im Wissen, dass die Konzession für die Bahn im Jahr 2022 generell ausläuft, hat der Gemeinderat 2014 mit 97 Prozent Mehrheit beschlossen, alle Anlagen am Patscherkofel um 10,7 Millionen Euro zurückzukaufen (Preisvorstellung des Verkäufers bis zu 16,3 Millionen Euro). Damit wurde Gestaltungsspielraum erzielt.

4. Woraus berechnen sich die Kosten des Patscherkofelbahn-Projektes?

Die Seilbahn selbst kostet rund 12,5 Millionen Euro. Die Projektkosten belaufen sich nach aktuellen Berechnungen auf rund 55 Mio. Euro. Davon entfallen knapp 22 Millionen Euro auf die drei Hochbauten und die Abtragungsarbeiten der ehemaligen Anlagen. Der Verkauf von Panoramabahn und Olex bringt rund 560.000 Euro an Einnahmen. Der Pistenbau sowie die technische Verbesserung der Beschneiungsanlage schlagen mit knapp 2,5 Millionen Euro zu Buche, die Verkehrsplanung mit dem Parkraumkonzept ist ebenfalls in dieser Größenordnung veranschlagt. Günstiger als ursprünglich kalkuliert sind die Maßnahmen für die Rodelbahn und den Speicherteich, die zusammen rund 1 Million Euro betragen. Weitere Punkte wie die Energieversorgung, die Erdarbeiten, die Innenausstattung der Stationen, Planungs- sowie Infrastrukturleistungen und Versicherungen machen rund 13 Millionen Euro aus. Zusätzlich ist eine Reserve in Höhe von 3 Millionen Euro einkalkuliert. Große nachhaltige Infrastrukturprojekte erfahren einen hohen Investitionsgrad. Auch Großprojekte wie das Architekturdenkmal Sprungschanze (Investitionsvolumen alleine der Stadt Innsbruck umgerechnet auf das Jahr 2017 rund 23 Millionen Euro) oder die von den InnsbruckerInnen geschätzte Hungerburg- und Nordkettenbahn (Investitionsvolumen umgerechnet auf das Jahr 2017 rund 51 Millionen Euro) haben nachhaltigen Mehrwert für die Bevölkerung gebracht. Letztere stand speziell stark in der Kritik und ist nun sowohl aus dem Stadtbild als auch aus dem Stadtleben nicht mehr wegzudenken.

5. Warum benötigt es eine neue Trasse und warum führt diese durch den Wald?

Die Patscherkofelbahn erhält eine neue Trasse, um alle Anbindungen an Pisten, Wanderwege und Almen über die neue Mittelstation zu gewährleisten. Durch die Verlegung der Bahntrasse und die massive Reduktion des Anlagenparks können rund 30.000 Quadratmeter Wald auf den alten Trassen aufgeforstet und der Natur zurückgegeben werden. Zudem wird die bisher ungelöste Frage der Hangentwässerung der Heiligwasserwiesen im Zuge des Patscherkofelprojekts gelöst. Das führt letztlich zu mehr Sicherheit vor Hochwasser für Igls und Vill.

6. Wie schaut die Situation für RadfahrerInnen künftig aus?

Radfahren ist weiterhin möglich! RadfahrerInnen können so wie bisher auf den Berg hinauf- und herunterradeln. Die Mitnahme von Bikes in der Bahn ist derzeit nicht vorgesehen. Wir wollen nicht überall das gleiche Sommerangebot, deswegen bleibt Downhill der Nordkette und der Mutterer Alm vorbehalten. Der Hausberg positioniert sich als Familienberg mit dem Schwerpunkt Wandern in einem Gebiet mit dem weltweit größten Zirbenbestand.

7. Warum gab es Änderungen im Raumangebot auf der Mittelstation?

Die Mittelstation wurde aus Kostengründen stark redimensioniert. Im Zuge dessen wurden auch die Nebenräume eingespart. Eingeplant ist ein behindertengerechtes WC.

8. Welche ExpertInnen haben diese Vorgangsweise empfohlen?

Die Seilbahnplaner Melzer & Hopfner Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG standen als Experten der Patscherkofelbahnen GmbH zur Seite, sie weisen als Referenzen unter anderem den Katschberg, Galtür und Saalbach auf. Weitere Experten sind NST Loidl, Alpine Beratungs- und PlanungsgmbH, die für die Hinterglemmer Bergbahnen, die Bergbahn AG Kitzbühel, die Skiliftegesellschaft Sölden/Hochsölden GmbH, die Axamer Lizum Aufschließungs AG und die Bergbahn Lofer GmbH tätig sind. Eigene GutachterInnen gab es für die Bereiche Lawinengefahren, Geologie und Wetter.

9. Warum wurde ein Architekturwettbewerb für die Bahn durchgeführt?

Innsbruck zeichnet sich im Tal und in der Höhe seit Jahren durch qualitätsvolle Architektur aus. Hungerburgbahn und Umbrüggler Alm sind alpin-urbane Highlights, die anfänglich massiv in der öffentlichen ritik standen. Die Stadt muss zudem im Sinne einer Gleichbehandlung jenen Qualitätsanspruch, den sie von Privaten verlangt, selbst leisten.

10. Wie kann die Patscherkofelbahn in Zukunft erreicht werden? Was geschieht mit der alten Talstation?

Die Linie „J“ – von peak to peak – bindet im Zehn-Minuten-Takt den Patscherkofel ideal an die Innenstadt an. Die Talstation wird nach den Vorgaben des Denkmalschutzes qualitätsvoll saniert und die Nachnutzung wird gerade in einem Beteiligungsprozess mit den Igler BürgerInnen beraten.

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