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Bei der Präsentation des Siegerprojektes für das Baufeld 1 (v. l.): NHT-Geschäftsführer Markus Pollo, Architektin Birgit Kornmüller („bogenfeld ARCHITEKTUR“), Stadtrat Gerhard Fritz, Architekt Gerald Zehetner („bogenfeld ARCHITEKTUR“), Jurymitglied Max Rieder, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, IIG-Projektleiter Martin Franzmaier, Stadtrat Andreas Wanker und IIG-Geschäftsführer Franz Danler.
Bei der Präsentation des Siegerprojektes für das Baufeld 1 (v. l.): NHT-Geschäftsführer Markus Pollo, Architektin Birgit Kornmüller („bogenfeld ARCHITEKTUR“), Stadtrat Gerhard Fritz, Architekt Gerald Zehetner („bogenfeld ARCHITEKTUR“), Jurymitglied Max Rieder, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, IIG-Projektleiter Martin Franzmaier, Stadtrat Andreas Wanker und IIG-Geschäftsführer Franz Danler.

Soziale Sicherheit durch Zusammenleben am Areal „Campagne Reichenau“

Am 8,4 Hektar großen Areal in der Reichenau entsteht mehr als Wohnbau. Ein Konzept des „kollektiven Begegnungsraums“ bietet dabei die Basis für soziale Sicherheit.

Die Geschichte der Wohnbebauung am Areal „Campagne Reichenau“ reicht bis ins Jahr 2011 zurück. Damals wurden erste Studien und planerische Überlegungen realisiert. Ende 2015 bzw. Anfang 2016 gab es Vorarbeiten und Beschlüsse für ein kooperatives
Planungsverfahren. Dieses dauerte von April bis September 2016. Infolge konnte mit Beschluss vom 18. Oktober ein EUweiter baukünstlerischer Wettbewerb für das erste Baufeld ausgeschrieben werden. Dieser fand unter Federführung der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) von 30. Mai bis 01. Juni statt. Insgesamt wurden 39 Projekte eingereicht. Als Sieger des offenen, anonymen und einstufigen Architekturwettbewerbs ging das Büro „bogenfeld ARCHITEKTUR“ aus Linz hervor. „Das Areal in der Reichenau bietet die einmalige Chance, einen neuen hochwertigen Stadtteil für alle Generationen zu entwickeln. Der vorliegende Masterplan ist ein Plädoyer für die qualitative Stadtentwicklung und hat Pilotcharakter für Innsbruck. Nun können Zug um Zug weitere Schritte im Sinne der Innsbrucker Bürgerinnen und Bürger gesetzt werden“, betont Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

„Freiluft-Wohnzimmer“

Das Baufeld 1 stellt den ersten zu bebauenden Platz in der Radetzskystraße 47 dar. Dieser befindet sich auf dem Gelände der Tennisanlage von der Sportunion/Turnerschaft Innsbruck, die in die Wiesengasse 20 übersiedeln. Das ausgewählte Wohnbauprojekt
ist eigenständig und gleichzeitig Bestand integrierend. Es baut auf den Empfehlungen des Masterplans auf und entwickelt einen zusätzlichen Mehrwert für den gemeinsamen Raum. Die Höhenentwicklungen (geplant sind fünf bis sieben Geschosse und zwei Hochpunkte mit zehn bis elf Geschossen), wie Bauvolumina, reagieren angemessen moderat auf die Nachbarschaft und auf die zukünftige weitere Entwicklung des zweiten Baufelds. Auch mit dem Bestand wird rücksichtsvoll umgegangen. Eine besondere Charakteristik des Projekts stellt die Idee „Freiluft-Wohnzimmer“ dar. Die damit neu vorgeschlagene Binnenraumabfolge von Gassen und Plätzen kann Aufenthalts- und Treffpunktqualitäten für unterschiedliche NutzerInnen anbieten. Damit ist ein soziales Miteinander von Besucherinnen und Besuchern möglich. Weiters zeichnen den Entwurf erlebnisreiche Raumabfolgen sowie „Tageslicht-Schattenspiele“ aus. Damit schafft das Projekt als erster zu realisierender Baustein eine eigenständige urbane Identität.

„Gemeinsam mit der IIG wird die Campagne Reichenau nun zu einem modernen Siedlungsgebiet mit Schwerpunkt Wohnen, Grünflächen und Infrastruktureinrichtungen weiterentwickelt und so ‚ein Stück Stadt‘ gebaut. Das Siegerprojekt setzt die Anforderungen des Masterplans in hervorragender Weise um.“

Stadtrat Mag. Gerhard Fritz

Stadtrat Mag. Gerhard Fritz

Ein lebenswertes Stück Stadt

Städteplanerisch wird mit dem „Campagne Reichenau“ neues Terrain betreten. „Leistbares Wohnen ist eines der dringendsten Anliegen der Innsbruckerinnen und Innsbrucker. Hier auf dem ‚Campagne Reichenau' wird ein Stadtteil entwickelt und neuer, hochwertiger Wohnraum samt Freizeitqualität entsteht“, betont Wohnungsstadtrat Andreas Wanker in diesem Zusammmenhang. Planungsstadtrat Mag. Gerhard Fritz ergänzt: „Es wurde die Chance genützt, quasi einen ganzen Stadtteil zu planen, der viel mehr bedeutet als eine neuerliche Schlafstadt auf der ‚grünen Wiese' oder maßstabloses Planen ohne Konzept.“ Das Thema soziales Zusammenleben bzw. Interaktion und damit auch Sicherheit wird durch die Begegnungsbereiche auf Erdgeschoss-Ebene erreicht. Vieles, das in Stadtkernen selbstverständlich ist, wird es auf dem Areal geben. Kleine Geschäfte und Lokale tragen wesentlich dazu bei, dass sich ein Stadtviertel-Flair entwickeln kann und soziale Aktivität entsteht. Auch Jurymitglied DI Mag. arch. Max Rieder streicht die besonderen Qualitäten des Projekts hervor: „Es wird ein Stadtteil der vielfältigen Nachbarschaften entwickelt. Die Idee des gemeinsamen öffentlichen Raums kennzeichnet die besondere Projektcharakteristik. Dieses ‚Freiluft-Wohnzimmer’ wird durch eine lebendige Abfolge von Gassen und Plätzen gebildet, die ein zeitgemäßes Altstadtflair anbieten.“ Das alles kommt dem Konzept entgegen, bei dem die StadtbewohnerInnen sich kollektive Räume für spontane, unverbindliche Begegnung wünschen. Dabei kommt die Psychologie ins Spiel. Der Schlüssel zum Glück der BewohnerInnen liegt im Spannungsfeld zwischen Privatsphäre und Austausch. Das Zauberwort in diesem Zusammenhang ist Aufenthaltsqualität. Diesbezüglich wird es die Reichenau künftig mit der Innsbrucker Innenstadt aufnehmen können. KR