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Mein Haustier macht Urlaub: 10 Fragen - 10 Antworten

Die Urlaubszeit stellt TierbesitzerInnen immer wieder vor besondere Herausforderungen. Manchmal geschieht es auch, dass sich UrlauberInnen in eine Katze, die sich ihr Fressen erbettelt oder in den streunenden Hund mit den ausdrucksvollen Augen „verlieben“ und diese aus Mitleid mit nach Hause nehmen wollen. Das städtische Veterinäramt hat für Sie Antworten auf häufige Fragen rund um Haustiere und Urlaub.

 

1. Darf ich Tiere aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen?
Davon ist dringend abzuraten, denn Tiere sind keine Urlaubsmitbringsel! Österreich hat zum Import von Tieren strenge Einfuhrregelungen, die sich, je nach Land, von wo aus das Tier eingeführt wird, unterscheiden. Die genauen Einfuhrbestimmungen finden Sie hier als Dokument, aber auch unter www.innsbruck.gv.at unter Leben|Soziales/Tierhaltung. Sie können sich aber auch gerne an das städtische Amt für Veterinärwesen wenden, das gerne für Auskünfte bereitsteht.

 

2. Welche Probleme können auftreten, wenn ich ein Tier vom Ausland mit nach Hause nehme?
Häufig fungieren diese „Urlaubsmitbringsel“ als Überträger ansteckender Krankheiten. Das heißt sie sind eine ernstzunehmende Bedrohung für die menschliche Gesundheit, wie auch für die heimische Tierwelt und die daheim gebliebenen Haustiere. Die Tollwut beispielsweise ist in Österreich seit 2008 nicht mehr aufgetreten. Durch illegal importierte Tiere kann diese virale Erkrankung, die auch auf den Menschen übertragbar ist (Zoonose), wieder auftreten.

 

 

3. Was passiert mit illegal eingeführten Tieren?
Werden Tiere ohne gültige Papiere bzw. Impfungen nach Österreich gebracht, muss der/die „neue BesitzerIn“ damit rechnen, dass das Tier auf eigene Kosten in eine mehrmonatige Quarantäne, die in einer Einzelbox ohne sozialen Kontakt erfolgt, genommen oder in das Herkunftsland zurückgeschickt wird. In extremen Fällen kann sogar eine Euthanasie veranlasst werden.

 

4. Wie kann ich diesen bemitleidenswerten Tieren dennoch helfen?
Nur durch flächendeckende Kastrationen vor Ort kann weiteres Tierleid langfristig vermieden werden. Es ist daher auf jeden Fall zielführender eine ortsansässige Tierschutzorganisation mit einer Spende zu unterstützen. Damit können die Kosten für Futter und medizinische Versorgung gedeckt werden.

 

5. Worauf muss ich achten, wenn ich mein Haustier mit in den Urlaub nehmen möchte?

Wenn Sie mit Ihrem Haustier Österreich verlassen wollen, brauchen Sie für Ihr Tier einen EU-Heimtierausweis, den Ihr Tierarzt ausstellt. Ein Hund muss laut österreichischem Tierschutzgesetz außerdem mit einem Mikrochip gekennzeichnet und registriert sein. Die Mikrochipnummer sowie die Daten des/der TierbesitzerIn und die Impfdaten werden im EU-Heimtierausweis eingetragen, der stets griffbereit sein sollte und auf Reisen mitgeführt werden muss.

Über die Bestimmungen des Urlaubslandes sowie die Rückreise nach Österreich informieren Sie sich bitte beim städtischen Veterinäramt.

 

 

6. Wo kann ich mein Haustier unterbringen, wenn ich allein in den Urlaub fahren möchte?

Sollten Sie nicht die Möglichkeit haben, Ihr Haustier bei Nachbarn oder Bekannten unterzubringen, informieren Sie sich über private Tierpensionen z.B. unter www.hundepension.at.

Zu oft geschieht es, dass Haustiere ausgesetzt werden, weil keine Unterbringung gefunden wird. Ihr Haustier ist ein Familienmitglied und sollte als solches behandelt wird. Eine Aussetzung hat es nicht verdient! Der Tierschutzverein für Tirol wird mit Ihnen gemeinsam eine Lösung finden.

 

7. Ich habe während ihres Urlaubes die Haustiere von Bekannten in Pflege. Der Hund ist mir weggelaufen. Was kann ich tun?

Versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Informieren Sie Nachbarn und Bekannte, dass der Hund entlaufen ist. Versuchen Sie Ihre Mitmenschen z.B. durch einen Aushang in Lebensmittelgeschäften aufmerksam zu machen. Ersuchen Sie die städtische Wasenmeisterei oder sonstige Stellen (Tierschutzverein für Tirol und Tierärzte in Ihrem Umkreis) um Auskunft.

 

8. Welchen Vorteil bringt der Chip für mein Haustier?

Der Mikrochip ist die beste Möglichkeit, Ihr Haustier schnell wieder an den/die TierbesitzerIn zurückbringen zu können. Voraussetzung dafür ist, dass Ihr Tier registriert ist und die Daten immer aktuell sind. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Haustier ordnungsgemäß registriert ist, steht Ihnen das städtische Veterinäramt für Auskünfte gerne zur Verfügung.

9. Wo erfahre ich, ob ein herrenloses Tier aufgegriffen wurde?
Erste Anlaufstelle für Auskünfte ist auch hier die städtische Wasenmeisterei. Die öffentliche Bekanntmachung von behördlich aufgefundenen herrenlosen Tieren erfolgt über einen Aushang an der elektronischen Amtstafel unter www.innsbruck.gv.at sowie über eine Information an den Tierschutzverein Tirol.

 

10. Muss ich mein Haustier gegen Zecken impfen lassen?
Anders als beim Menschen werden Tiere nicht gegen Zecken geimpft. Der Schutz gegen die Blutsauger wird mittels oraler Lösung verabreicht. Der Vorteil gegenüber den bisherigen Zeckenschutzmitteln, beispielsweise einer Tinktur auf dem Rücken, liegt darin, dass eine Abwaschung durch Regen nicht möglich ist. Durch die orale Verabreichung ist der Schutz vor den Blutsaugern länger aufrecht.
Sollte Ihr Haustier dennoch von einer Zecke gestochen worden sein, verzichten Sie bitte bei der Entfernung auf Hilfsmittel wie Nagellackentferner, Öle, oder Ähnlichem. Mit einer Pinzette oder Zeckenzange lassen sich die Blutsauger am besten durch eine Drehbewegung entfernen. (VL)

Wichtige Kontaktadressen


Referat für Veterinärwesen
Maria-Theresien-Straße 18
Tel.: +43 512 5360 1033
E-Mail: post.veterinaerwesen@innsbruck.gv.at

 

Städtische Wasenmeisterei
Triendlgasse 17
24h-Servicetelefon: +43 512 5360 7455

 

Tierschutzverein für Tirol
24h-Servicetelefon: +43 664 27 45 964
E-Mail: info@tierschutzverein-tirol.at