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Bildungsstadtrat Pechlaner, Bürgermeisterin Oppitz-Plörer, Magistratsdirektor Holas und Projektleiter Soukopf (v. l.) stellten die Webseite in „Leichter Sprache“ vor.
Bildungsstadtrat Pechlaner, Bürgermeisterin Oppitz-Plörer, Magistratsdirektor Holas und Projektleiter Soukopf (v. l.) stellten die Webseite in „Leichter Sprache“ vor.

Innsbruck setzt auf Sprache ohne Barrieren

Kleinere und größere Hindernisse im Alltag kennt so manche bzw. mancher, unabhängig von einer möglichen Behinderung oder Erkrankung. In der Tiroler Landeshauptstadt vereinfacht eine Webseite in „Leichter Sprache“ ab sofort den Behördenkontakt.

Was ist „Leichte Sprache“?

„Leichte Sprache“ soll Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen über eine geringe Kompetenz der deutschen Sprache verfügen, das Verstehen von Texten erleichtern. Dafür gibt es Regeln. Die „Leichte Sprache“ verwendet nur kurze Sätze und verzichtet auf lange, schwierige Wörter. Außerdem setzt sie nur bestimmte Satzzeichen, wie etwa Punkte und Ausrufezeichen ein. Es werden Beistriche vermieden.

Wem hilft „Leichte Sprache“?

Manchen Menschen fällt Lesen schwer. Infolgedessen ist die Alltagssprache für sie oft unverständlich. Sprache wird dadurch zur Barriere, die sie daran hindert am Leben in vollem Umfang teilzunehmen. Da Inhalte in „Leichter Sprache“ schneller und leichter verständlich sind, helfen sie allen Menschen. Im Besonderen ziehen allerdings Personen mit Hör- und Sehbehinderung sowie Leseschwäche und jene, die gerade Deutsch lernen, einen Nutzen daraus.

Warum wird diese einfache Sprachvariante gebraucht?

Diese Form der Kommunikation, die von Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt wurde, vereinfacht den Betroffenen den Alltag. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass Informationen alle Menschen erreichen sollen. Festgeschrieben ist dieses Ziel bereits in der UN-Behindertenrechtskonvention. Dieses Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung ist ein internationaler Vertrag, in dem sich die unterzeichnenden Staaten verpflichten, die Menschenrechte von Menschen mit Behinderung zu fördern, schützen und gewährleisten. In Österreich ist diese Konvention seit Oktober 2008 in Kraft.

Wie sieht die Situation in Innsbruck aus?

Im Arbeitsprogramm der Stadtkoalition 2012 bis 2018 nimmt die Zuwendung zu den BürgerInnen einen zentralen Raum ein. Dabei steht eine verständliche Kommunikation im Mittelpunkt. Fast 25.000 InnsbruckerInnen können nur schlecht bis gar nicht lesen. Oftmals verstehen sie Informationen auf Internetseiten von Unternehmen und Behörden nicht. Ebendieser Herausforderung stellt sich der Stadtmagistrat mit einer neuen, barrierefreien Website in „Leichter Sprache“. Sie ist unter ls.innsbruck.gv.at aufrufbar und auf der Startseite des Magistrats www.innsbruck.gv.at mit einem darauf hinweisenden Symbol verlinkt.

Was ändert sich durch die neue Website?

Mit dem eigenen Internetauftritt in der einfachen Sprachversion geht der Stadtmagistrat einen neuen Weg. Bislang wurden Inhalte in „Leichter Sprache“ einfach in die bestehende Webseite eingegliedert. Der Stadtmagistrat gibt der sprachlichen und auch technischen Barrierefreiheit ab sofort mit einem eigenen Auftritt viel Raum und Gestaltungsmöglichkeit.

Welche Inhalte sind auf der barrierefreien Website zu finden?

Übersichtlich aufbereitet bildet die Website die Rubriken Leben, Wohnen, Verkehr, Bürger, Menschen mit Behinderungen, Integration ab. Innerhalb dieser werden Antworten auf häufige Fragen verständlich aufbereitet. Zu finden sind beispielsweise alle notwendigen Informationen zur Anmeldung im Kindergarten oder zur Beantragung einer AnwohnerInnenparkkarte. Auch die Vormerkung und Vergabe von Stadtwohnungen, wer an einer Wahl teilnehmen darf und wer wann das Recht auf Mietzinsbeihilfe hat, wird erläutert.

Gibt es weitere Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen?

Ja. Generell unterstützt der mobile Online-Rathauswegweiser seit April 2016 BürgerInnen bei Behördengängen und der Suche nach den richtigen AnsprechpartnerInnen. Seit 2017 können auch Menschen mit Sehbehinderung dieses Service in Anspruch nehmen. Sämtliche Navigationsgrafiken mit Informationstexten werden dafür hinterlegt. Diese werden mithilfe von sogenannten Screenreadern vorgelesen, wie sie sehbehinderte Menschen zur Navigation verwenden.