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Für den Fall des Falles: rechtzeitig vorsorgen

Als vernünftiger Selbstschutz und um Hamsterkäufe sowie leer gekaufte Regale in Geschäften zu vermeiden, sollten sich alle BürgerInnen regelmäßig einen Überblick in der Vorratskammer verschaffen.

Bestimmt erinnern sich noch einige InnsbruckerInnen an den Reaktorunfall in Tschernobyl im April 1986, nach dem innerhalb weniger Tage einige Supermarkt-Regale leerer und Grundnahrungsmittel stärker nachgefragt waren als sonst. Auch Kriege in Nachbarländern wie der Jugoslawien-Krieg in den 1990er-Jahren sorgten hierzulande für Verunsicherung und sogenannte „Hamsterkäufe“. Nicht nur Großereignisse, wie eine Umweltkatastrophe, Naturgefahren oder ein Terroranschlag, sondern bereits ein längerer Stromausfall, ein Wohnungsbrand, ein Wasserrohrbruch oder ein Unfall bzw. unerwarteter Krankheitsfall in der Familie, können es erschweren, für täglichen Nachschub an Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs, wie Hygieneartikel und Medikamente, zu sorgen. Als eigenverantwortliche Katastrophenschutz-Maßnahme sollten beispielsweise Lebensmittel regelmäßig auf ihre Haltbarkeit geprüft und ausgetauscht werden. Das Ziel dabei ist: Jeder Haushalt sollte mit seinem Notvorrat zumindest eine Woche ohne Einkaufen, Wasserversorgung und Strom auskommen können.

Sinnvoll gefüllte Vorratskammer

In Österreich geben die jeweiligen Landesregierungen und der Österreichische Zivilschutzverband praktische Tipps zu einer sinnvollen und überlegten Erstellung eines Notvorrats. So sollte jeder Haushalt über genügend Wasser als wichtigstes Grundnahrungsmittel zum Trinken und Kochen verfügen. Als Grundregel gilt: Pro Person im Haushalt sollte man mindestens sieben 1,5 Liter-PETFlaschen Wasser (zehn Liter) vorrätig haben. Für einen Grundvorrat geeignet sind alle Nahrungsmittel, die über eine gute Lagerfähigkeit verfügen, wie Mehl, Reis, Nudeln, Grieß und Polenta. Auch getrocknete Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen und Kichererbsen, Nüsse und Trockenfrüchte, Obst und Gemüse in Konservendosen oder Schraubgläsern, Knäckebrot
und Zwieback, Fertiggerichte wie Packerlsuppen, Kartoffelpüree in Flocken, Zucker und Salz, Essig und Öl, Fruchtsäfte und Haltbarmilch eignen sich. So lange die Packungen bzw. Dosen gut verschlossen sind und richtig gelagert werden, sind viele Nahrungsmittel ohne weiteres auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar.

Medikamente regelmäßig prüfen

Auch die Hausapotheke, also der Vorrat an Medikamenten, aber auch die Hygieneartikel sollten von Zeit zu Zeit durchgeschaut und je nach Verfallsdatum ausgetauscht bzw. ergänzt werden. Zu berücksichtigen ist, dass Kinder und ältere Menschen oft eigene, spezielle Arzneimittel benötigen. Ausreichend vorhanden sein sollten neben etwaigen persönlichen Medikamenten auch Schmerztabletten, fiebersenkende sowie Erkältungsmittel, Mittel gegen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Ebenso ist für Elektrolyte bei Flüssigkeitsverlust, Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand sowie ein Verbandskasten mit Fieberthermometer, Pinzette, Schere, Haut- und Wunddesinfektionsmitteln, Einmalhandschuhen und Verbandsmaterial zu sorgen. Nicht mehr benötigte und abgelaufene Medikamente nehmen Apotheken jederzeit zurück. 

Solidarität und Nachbarschaftshilfe

Mindestens ebenso wichtig ist das Wissen um gängige Warn- und Alarmsignale sowie, dass wichtige Telefonnummern griffbereit sind. Jeder Haushalt sollte über eine Grundausstattung für alle Jahreszeiten wie batteriebetriebene Lampen mit Ersatzbatterien, ein batteriebetriebenes Radio als Informationsquelle, Kerzen und Streichhölzer verfügen. Für das Kochen ohne Strom eignen sich ein Campingkocher, Gasgriller oder ein Notstromaggregat mit Kochplatte. Im Falle einer Evakuierung (Erdbeben, Hochwasser)
können Bargeld-Reserven sowie eine Dokumentenmappe nützlich sein. Im Ernstfall sollte auch immer an Solidarität und Nachbarschaftshilfe gedacht werden. Weitere Informationen bieten das Land Tirol (www.tirol.gv.at/sicherheit/katziv/zivilschutz) und der Österreichische Zivilschutzverband (www.zivilschutzverband.at). Dort kann ein Bevorratungsratgeber als Broschüre bestellt bzw. heruntergeladen werden. AS